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Ramadan beginnt: Muslime fasten einen Mondmonat lang

Auch Wiens Muslime üben einen Monat lang Verzicht.
Auch Wiens Muslime üben einen Monat lang Verzicht. ©Bilderbox (Symbolbild)
Wien - Für mehr als eine Milliarde Muslime beginnt dieser Tage der Fastenmonat Ramadan. In Europa wird bis 9. September Verzicht geübt, gespeist und gefeiert wird jeweils nach Sonnenuntergang.
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Für mehr als eine Milliarde Muslime beginnt dieser Tage der Fastenmonat Ramadan. Der offizielle Beginn des neunten islamischen Monats hängt von der Sichtung der Mondsichel ab, in Mitteleuropa am 11. August. Einen Mondmonat lang – hierzulande bis zum 9. September – haben die Gläubigen tagsüber abstinent zu sein; neben dem Essen und Trinken betrifft diese religiöse Pflicht auch das Rauchen und den Geschlechtsverkehr. Nach Sonnenuntergang wird oft in Verbindung mit religiösen Übungen mit der Familie gespeist und gefeiert. Ein etwaiges Frühstück gibt es dann auch noch zu nachtschlafener Zeit – vor Sonnenaufgang.

Kein Wasser bei glühender Hitze

Heuer ist der alljährlich um elf Tage im Jahreskreis vorrückende Ramadan für die Muslime der nördlichen Hemisphäre eine besondere Herausforderung, fällt er doch in den Hochsommer. Die Tage sind länger, und selbst bei glühender Hitze dürfen die Muslime bis zum Sonnenuntergang kein Wasser zu sich nehmen. Ein Ramadan im Wortsinn, schließlich leitet sich die Bezeichnung des Fastenmonats vom arabischen “ramida” ab, was “brennende Hitze und Trockenheit” bedeutet. Diese durch Durst erzeugte Hitze soll die Sünden ausbrennen, hoffen die Muslime.

Spiritualität und Klarheit

Hinter dem Fasten steht laut Carla Amina Baghajati, Medienreferentin der islamischen Gemeinde Wien, der “soziale Gedanke, am eigenen Leib zu spüren, wie es großen Teilen der Bevölkerung geht”. Sie bezeichnet das Ritual als “Motor für den Rest des Jahres”, man würde sich in Geduld üben und sich Tugend bewusst machen. Die Gläubigen treffen sich und “fasten und feiern gemeinsam”, eine “besondere Spiritualität und Klarheit” stelle sich ein. Am Ende des Ramadan wird eine Abgabe an Bedürftige geleistet, sie hängt vom “jeweiligen Lebensstandard der Länder” ab.

Grundpfeiler des Islam

Für den gläubigen Muslim ist das Fasten im Ramadan einer der fünf Grundpfeiler des Islam (“Hingabe an Gott”). Die anderen vier sind das Glaubensbekenntnis, fünf tägliche Gebete, die Armensteuer (Almosen) und die Pilgerfahrt nach Mekka. Für Frauen ist das Fasten während der Menstruation und im Wochenbett verboten. Sie sollten ebenso wie Kranke und Reisende das Fasten zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Kinder sind überhaupt ausgenommen.

Erste Offenbarung des Korans

Die letzten zehn Nächte des Fastenmonats gelten als besonders heilig. Nach islamischer Überlieferung hat Allah um 610 in einer Nacht im Ramadan seinem Propheten Mohammed das erste Mal den Koran durch den Erzengel Gabriel offenbart. In Erinnerung daran heißt diese “Nacht der Bestimmung” oder “Nacht der Allmacht” (Leilat al-Qadr), nach der auch die 97. Sure (Kapitel) des Koran benannt ist.

“Zucker(l)fest” nach Ramadan

Geht der Ramadan zu Ende, feiern gläubige Muslime drei Tage lang das sogenannte Fastenbrechen. An diesem Tag beschenken sich Verwandte und Freunde mit Süßigkeiten, weshalb das zweitwichtigste Fest nach dem islamischen Opferfest auf deutsch den Namen “Zucker(l)fest” trägt. Auf arabisch heißt es “Eid al-Fitr” (bzw. Id al-Fitr), auf türkisch und bosnisch “Seker Bayrami”.

Krieg nicht verboten

Der Ramadan gehört nicht zu den vier Monaten des Islam, in denen der Krieg verboten ist. So griff 1973 Ägypten Israel mitten im Fastenmonat an. Im Krieg zwischen dem Irak und dem Iran bot Bagdad im Jahr 1981 dem Gegner an, während des Ramadan die Waffen schweigen zu lassen. Die Regierung in Teheran aber wertete dies als Hinterhalt und die Kämpfe gingen mit unverminderter Härte weiter.

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