Ralph Nader - Nur eine Randfigur

Vor vier Jahren waren es die für ihn abgegebenen Stimmen, die nach Ansicht vieler Beobachter den demokratischen Bewerber Al Gore letztlich das Rennen um die US-Präsidentschaft kosteten und somit George W. Bush ins Weiße Haus verhalfen.

In diesem Jahr ist der unabhängige Kandidat Ralph Nader vom Zünglein an der Waage zur Randfigur abgerutscht.

In kaum einem Staat, in dem Nader am Dienstag antrat, erhielt er mehr als ein Prozent der Stimmen. Im US-Staat Florida, dem wie 2000 wieder eine entscheidende Bedeutung zukommt, konnte Nader nach ersten Ergebnissen nicht mehr als 0,5 Prozent der Stimmen auf sich ziehen. Dies ist ein matter Abglanz der stolzen zwei Prozent, die Nader vor vier Jahren dort einfahren konnte. Diese mehr als 97.000 Stimmen in dem heiß umkämpften „Sonnenschein-Staat“, so hielten vor allem die Demokraten dem als Verbraucheranwalt bekannt gewordenen Nader vor, gaben letztlich den Ausschlag. Bush sicherte sich Florida mit nur 537 Stimmen Vorsprung. Landesweit errang der als Kandidat einer Grünen Liste antretende Nader seinerzeit 2,7 Prozent der Stimmen in 43 Staaten.

In diesem Jahr trat Nader in 34 der 50 US-Staaten an, darunter in mindestens einem halben Dutzend der so genannten Schlachtfeld-Staaten, die nicht von vornherein einem der beiden Lager fest zugerechnet wurden. Meinungsumfragen rechneten ihm rund ein Prozent der Stimmen zu. Und wieder waren es die Demokraten, die anders als die Republikaner um Stimmen fürchteten, die in diesem hart umkämpften Rennen zwischen Bush und seinem demokratischen Herausforderer John Kerry an Nader gehen könnten. In einigen Staaten versuchten sie folglich, seine Kandidatur mit juristischen Mitteln anzufechten. Im Nachrichtenkanal Fox sagte Nader am Dienstagabend: „Das System ist sehr verkrustet gegen jeglichen Wettbewerb. Wenn die Natur so funktionieren würde, hätten Samen keine Chance aufzugehen.“

Die Furcht der Demokraten erscheint nicht ganz unbegründet, denn in vielen politischen Aussagen ist Nader den Demokraten deutlich näher als den Republikanern. Er stützte seinen Wahlkampf vor allem auf das Versprechen, die US-Truppen aus dem Irak abzuziehen, sowie die Mindestlöhne anzuheben und eine flächendeckende Gesundheitsfürsorge einzurichten.

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