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Ralph Hasenhüttl mit Ingolstadt auf Aufstiegskurs

Ingolstadt-Trainer Ralph Hasenhüttl
Ingolstadt-Trainer Ralph Hasenhüttl
Vergleiche mit Jürgen Klopp hört Ralph Hasenhüttl nicht allzu gerne. Ein wenig schmeichelt den Steirer dies jedoch schon. "Eigentlich gibt es ja Schlimmeres, als mit einem sehr erfolgreichen Trainer Deutschlands verglichen zu werden", meint Hasenhüttl. Er steht mit dem FC Ingolstadt 04 als klarem Außenseiter an der Tabellenspitze der 2. deutschen Liga.


Mit einem 1:0 in Leipzig wurde am Sonntag vorzeitig der Herbstmeistertitel eingefahren. Ingolstadt liegt eine Runde vor Saisonhalbzeit fünf Punkte vor dem 1. FC Kaiserslautern. Nach 16 Spielen steht nur eine Niederlage zu Buche. “Ich sehe jeden Tag, wie diese Mannschaft arbeitet, wie sie dazulernt, wie klar die Spieler im Kopf sind und deshalb überrascht es mich nicht, dass sie so guten Fußball zeigt”, meinte Hasenhüttl gegenüber der APA. Er sieht sich auch selbst für das Oberhaus bereit.

Der 47-Jährige hat sich in Deutschland einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Hasenhüttl gibt bei der Mannschaft aus der knapp 130.000 Einwohner zählenden Stadt aus Oberbayern Pressing und ein schnelles Umschaltspiel als Devise vor. Deutsche Medien fassten diese Parallele zu Dortmund-Trainer Klopp schnell auf. Als “Alpen-Klopp” wurde der ehemalige Stürmer bereits bezeichnet. Er selbst sieht Offensivfußball als Vorbild.

In Österreich galt Hasenhüttl als “Brecher”. Der gelernte Mittelstürmer agierte beim GAK, Austria Wien und Austria Salzburg stets als Unruheherd im Zentrum. Nach Auslandsstationen in Belgien (Mechelen, Lierse) und Deutschland (1. FC Köln, Fürth, FC Bayern Amateure) beendete er 2004 seine aktive Karriere. Seine Ausbildung als Coach absolvierte Hasenhüttl auf der Sporthochschule in Köln. Nach Österreich kehrte der achtfache Internationale (3 Tore) nicht mehr zurück.

“Es gab keine Alternative. Ich glaube nicht, dass man damals in Österreich darauf gewartet hat, dass der Fußballer Hasenhüttl endlich als Trainer zurückkehrt. Dafür war ich einerseits nicht großartig genug als Spieler und andererseits zu lange im Ausland und eigentlich vergessen”, meinte Hasenhüttl, dessen Sohn Patrick in Österreichs U18-Team spielt, rückblickend. Er arbeitete zunächst als Co-Trainer von Werner Lorant in Unterhaching. 2007 übernahm er den Drittligisten, 2010 trennten sich die Wege.

Ein Jahr später heuerte Hasenhüttl beim VfR Aalen an, den er 2012 in die 2. Liga führte. Nach Unstimmigkeiten über einen vom Verein verordneten Sparkurs bat Hasenhüttl im Juni 2013 um die Auflösung seines Vertrags – wenige Monate später heuerte er in Ingolstadt an. Der 2004 als Fusion der beiden ansässigen Vereine MTV Ingolstadt und ESV Ingolstadt gegründete Club stand damals am 18. und damit letzten Tabellenrang.

“Als ich hierherkam, haben nicht alle so zusammengearbeitet, wie es notwendig ist, wenn man erfolgreich sein will. Es haben nicht alle an einem Strang gezogen”, betonte Hasenhüttl. Er nahm die Herausforderung an. Am Ende der Vorsaison landete Ingolstadt auf dem zehnten Tabellenplatz. So gut hatte der Verein zuvor noch nie abgeschnitten. Hasenhüttls Vertrag verlängerte sich daraufhin automatisch bis 2016. Nun peilt er mit dem Verein sogar den Aufstieg an.

Neben dem Trainer überzeugen bei den Oberbayern dabei zwei weitere Österreicher auf dem Spielfeld. Der Tiroler Lukas Hinterseer agiert seit Sommer als zentrale Spitze und hält als bester Torschütze seines Teams bei sechs Saisontreffern. Der Vorarlberger Ramazan Özcan hütet seit Sommer 2011 das Tor der “Schanzer”. Diesen Spitznamen haben die Ingolstädter aufgrund der 1537 errichteten bayerischen Landesfestung (“Die Schanz”) inne.

Hinter dem FC steht Sponsor Audi, der größte Arbeitgeber der Region. Das Budget liegt im Mittelwert der Liga, investiert wird vom VW-Tochterkonzern vornehmlich in die Infrastruktur. Von Fans der Konkurrenz bekrittelt wird die fehlende Tradition. Fakt ist, dass sich im Audi Sportpark trotz einer bisher bestens verlaufenen Saison im Schnitt nur knapp 7.500 Zuschauer einfinden. Die Traditionsclubs aus München und Nürnberg sowie der seit drei Saisonen in der Bundesliga spielende FC Augsburg ziehen das Zuschauerinteresse auf sich.

“Man soll uns die Zeit lassen, unsere eigene Geschichte zu schreiben”, forderte Hasenhüttl diesbezüglich Geduld ein. Auch er weiß, dass der Aufstieg auch auf den Rängen einiges möglich machen könnte. Angst macht diese Vision in Ingolstadt jedenfalls keinem mehr, auch nicht dem Trainer: “Sollte ich irgendwann einmal in der Bundesliga ankommen, werde ich sehr gut darauf vorbereitet sein.”

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