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Rag'n'Bone Man Rory Graham begeisterte im Wiener Gasometer

Rag'n'Bone Man Rory Graham begeisterte seine Fans im Wiener Gasometer.
Rag'n'Bone Man Rory Graham begeisterte seine Fans im Wiener Gasometer. ©AFP (Sujet)
Praktisch aus dem Nichts stürmte Rag'n'Bone Man Rory Graham im Vorjahr mit seinem Mega-Hit "Human" die Charts. In der ausverkauften Bank Austria Halle im Wiener Gasometer bewies der britische Bluessänger am Samstagabend: Live kann er noch viel mehr. Die Bühnenpräsenz des mächtigen, aber sanften Hünen ist kaum zu toppen.

Wuchtig ist nicht nur der 32-Jährige selbst, wuchtig ist auch der Sound seiner exzellenten Band – samt zwei knackigen Bläsern -, und wuchtig ist vor allem die Stimme des Rag ‘n’ Bone Man. Und so gaben alle nach dem stimmungsvollen Entree der – übrigens großartigen – Newcomerin Grace Carter als Support Vollgas.

Rag ‘n’ Bone Man in Wien: Blues, Rock und Gospel mit voller Wucht

Manchmal erinnern Sound und Songs des Rag ‘n’ Bone Man etwas an Joe Cocker – aber man kann Stars sicher weit Schlechteres nachsagen. Und der Vergleich stimmt auch insofern nicht, als Graham das deutlich weitere Stimmspektrum besitzt. Natürlich wurde er mit dem bass-betonten Ton von “Human” berühmt, aber er kann auch kraftvoll gesangliche Höhen erklimmen. Und der 130-Kilo-Mann kann sogar sehr lässig rappen – wohl eine kleine Reminiszenz an seine Teenagerzeit, als er bei einer Hip Hop-Band mitmachte.

So zog der Brite permanent alle Register zwischen Blues, Rock und recht souligen Anklängen. Live ganz großartig: “Lay Your Body Down” vom “Human”-Album und seine zweite erfolgreiche Single “Skin”. Und genau da zeigte sich die musikalische Reife des Rory Graham: Der Song ist auf dem Album ziemlich spekulativ in Richtung Radio-Tauglichkeit produziert – live ist das Lied komplett downgesized, da steht einfach die beeindruckende Stimme des Sängers im Mittelpunkt.

Und überhaupt ist der Rag ‘n’ Bone Man auf der Bühne für Überraschungen abseits des Mainstreams gut: Natürlich gönnte er gegen Ende des Konzerts den Fans auch “Human”, dieses aber gegenüber der bekannten Version deutlich flotter – und im zweiten Teil mit einer coolen Rap-Passage veredelt. Und plötzlich stand Rory Graham dann ganz allein auf der Bühne, erzählte irgendetwas von einem “alten” Song, den seine damalige Band wegen eines Stromausfalls a cappella singen musste – und intonierte völlig allein und überwältigend “Die Easy”, ein Lied, das er auf der 2012 quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit erschienenen EP “Bluestown” verewigt hat. Da war er 26 und klang bereits wie ein uralter, gerade noch überlebender Blues-Haudegen – und heute klingt er sogar noch um eine Nuance beeindruckender.

(APA/Red)

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