RAF-Terrorist Wagner in Freiheit

Nach 24 Jahren im Gefängnis ist der deutsche RAF-Terrorist Rolf Clemens Wagner am Dienstag in die Freiheit entlassen worden. Er wurde von Bundespräsident Rau begnadigt.

Wie der Sprecher des hessischen Justizministeriums, Stefan Fuhrmann, in Wiesbaden erklärte, verlies Wagner gegen 08.00 Uhr die Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt in Nordhessen, wo er die letzten Jahre seiner Haft verbracht hatte. Der 59-Jährige Wagner, der wegen mehrere RAF-Anschläge zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, war von Bundespräsident Johannes Rau begnadigt worden.

Ursprunglich war die Haftentlassung erst für den (morgigen) Mittwoch angekündigt gewesen. Fuhrmann sagte dazu, Wagner habe kurzfristig beantragt, seine Haftentlassung vorzuverlegen, „um dem großen Medieninteresse zu entgegen”. Das Vorgehen sei mit der Staatsanwaltschaft Bochum und dem Generalbundesanwalt abgesprochen worden. Weitere Einzelheiten zum zukünftigen Aufenthaltsort Wagners wollte der Sprecher nicht nennen.

Wagner, der zur so genannten zweiten Generation der Roten-Armee-Fraktion gehörte, war am 19. November 1979 in Zürich kurz nach einem Raubüberfall auf die damalige Schweizerische Volksbank widerstandslos verhaftet worden. Seither saß er in Haft. Der Überfall, bei dem die damalige Top-Riege der RAF 548.000 Franken (351.801 Euro) erbeutete, wurde von Wagner, Christian Klar, Peter-Jürgen Boock und Henning Beer verübt. Auf der Flucht wurden eine Frau erschossen sowie zwei Polizisten und eine Autofahrerin verletzt.

Für diese Tat verurteilte 1980 ein Züricher Gericht Wagner wegen Mord, mehrfachem Mordversuch, Raub und weiteren Delikten zu lebenslangem Zuchthaus. 1982 lieferte ihn die Schweiz an Deutschland aus. Wagner wurde im März 1987 in Düsseldorf ein weiteres Mal zu lebenslanger Haft verurteilt, vor allem wegen Beteiligung an der Entführung und Ermordung des deutschen Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer.

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