Räikkönen siegt in Melbourne vor Alonso und Vettel

Nicht der favorisierte Weltmeister Sebastian Vettel oder Herausforderer Fernando Alonso, sondern Kimi Räikkönen hat am Sonntag in Melbourne den Auftakt zur Formel-1-WM gewonnen. Der finnische Lotus-Pilot raste von der vierten Startreihe aus mit einer Zweistopp-Strategie satte 12,4 Sekunden vor Ferrari-Star Alonso und noch klarer vor Pole-Mann Vettel im Red Bull zum Sieg.


Während der finnische Ferrari-Weltmeister von 2007 wie immer ohne großes Minenspiel auch seinen insgesamt 20. Grand-Prix-Erfolg – den zweiten nach seinem Vorjahres-Comeback -zur Kenntnis nahm, endete der vom Poker mit den neuen Reifen beeinflusste WM-Auftakt auf dem heiklen Straßenkurs in Australien für Red Bull Racing nicht ganz nach Wunsch. Vettel hatte beide Freitagtrainings dominiert und sich im wegen Regens auf Sonntag verlegten Qualifying problemlos seine 37. Pole-Position gesichert. Im Rennen aber verlor der 25-jährige Triple-Champion seine Führung schon nach dem ersten Boxenstopp.

Danach fand sich Vettel mit dem neuen RB9 nie wieder ganze vorne wieder. Sein ebenfalls aus Reihe eins gestarteter Teamkollege Mark Webber kam zudem über Platz sechs nicht hinaus. Damit kommt Ferrari dank der Plätze zwei für Alonso und vier für Felipe Massa als Führender der Konstrukteurs-WM zum zweiten Saisonrennen in einer Woche in Malaysia. Red Bull ist nur Dritter.

Nach dem heftigen Regen am Samstag ging der erste von 19 Saisonläufen im Albert Park auf trockener Strecke in Szene. Red Bull hatte die erste Startreihe okkupiert, im von vielen Führungswechseln gekennzeichneten Rennen über 58 Runden ergab sich aber rasch eine andere Hackordnung. So führte Vettel zunächst vor den beiden Ferraris von Massa und Alonso sowie Räikkönen und dem Mercedes von Lewis Hamilton das Feld an. Aber schon nach dem frühen Führungswechsel war das Rennen für Vettel gelaufen. Danach gab lange Zeit Alonso mit Rekordrunden den Ton an, aber auch der Spanier wurde am Ende nicht zum Hauptdarsteller.

Sondern vielmehr Raikkönen, den an diesem Tag kaum einer der Konkurrenten auf der Rechnung gehabt hatte. Wie der am Ende auf Platz sieben landende Force India-Pilot Adrian Sutil, der zwei Mal selbst das Feld anführte, begnügte sich der Finne mit zwei Boxenstopps und schaffte dank brillanter Fahrweise nach Abu Dhabi im Vorjahr seinen zweiten Triumph nach der Rückkehr in die Formel 1.

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