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Radgipfel: Bessere Ausrüstung verhindern Todes-Unfälle

Nachdem seit dem 15. Oktober drei Radfahrer in Leopoldstadt bei Unfällen zu Tode kamen, hat am Dienstag ein Sicherheitsgipfel stattgefunden. Laut Bezirksvorsteher Gerhard Kubik (S) hätten bauliche Maßnahmen keine Schuld an den Unfällen gehabt.

Konsens habe es unter den Teilnehmern darüber gegeben, dass eine Imagekampagne wichtig sei, so die Leopoldstädter Grünen. Einhellig abgelehnt worden seien Vorschläge wie Nummerntafeln, Warnwesten- und Helmpflicht.

Am 15. Oktober waren eine 66-Jährige von einem Betonmischer und ein 53-Jähriger von einem Lkw überrollt und getötet worden, am 27. Oktober war ein 74-jähriger Mann bei einem Zusammenstoß mit einem Lkw ums Leben gekommen: “Alle drei Unfälle wurden analysiert”, erklärte Kubik in einer Aussendung. “Dabei wurde festgestellt, durch mehr Aufmerksamkeit und durch eine bessere Ausrüstung der beteiligten Lkw hätten die Unfälle verhindert werden können.” Bauchliche Mängel hätten keine Schuld an den Unfällen gehabt. Man sei sich einig gewesen, dass Lkw mit Zusatzspiegel für die toten Winkel und mit seitlichem Unterfahrschutz ausgerüstet werden müssten: Das seien allerdings Forderungen, die EU-weit umgesetzt werden müssten.

Geht es nach den Leopoldstädter Grünen soll es in Zukunft in ihrem Bezirk mit Ausnahme der mehrspurigen Einbahn am Donaukanal keine Gehsteig- und Zweirichtungsradwege mehr geben. Der Grüne Verkehrssprecher Christoph Chorherr hoffte, “dass die Erkenntnisse rasch von Stadtrat Schicker (Rudolf, Anm.) umgesetzt werden.”

Die Grünen forderten u. a. auch die Öffnung aller Einbahnen für den Radverkehr. Die Arbeiterkammer (AK) Wien ist für die Öffnung zumindest weiterer Einbahnen, wobei sie eine besondere Kennzeichnung der Fahrtrichtung anregt. Der Wiener VP-Verkehrssprecher Wolfgang Gerstl bezeichnete die Forderung der Grünen ”als gefährliche Drohung”. Solche Vorschläge seien “nicht durchdacht und daher abzulehnen”. Stadtrat Schicker (S) machte darauf aufmerksam, wie wichtig eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung von Ausrüstung und Fahrrad sind und appellierte, einen Helm zu verwenden.

“Rund 13.000 Wiener Arbeitnehmer fahren täglich ausschließlich mit dem Rad in die Arbeit, etwa 6.500 steigen vom Rad noch auf ein Öffi um”, erklärte AK-Verkehrsexperte Michael Klug in einer Aussendung. 17 Prozent der Arbeitswegunfälle beträfen Radfahrer. Zwei Drittel der Arbeitswegunfälle im Radverkehr seien “Alleinunfälle”, bei 27 Prozent handle es sich um Kollisionen mit anderen Fahrzeugen.

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