Rabenhof hat 2007 den "Plafond erreicht"

"Wir safteln dieses Haus aus, wo und wie es nur geht", zog Rabehof-Leiter Thomas Gratzer heute, Dienstag, Bilanz über ein höchst intensives Jahr 2007. Mit einer Auslastung von 86 Prozent in Form von 57.500 Besuchern bei 233 Vorstellungen habe man "den Plafond erreicht" - mehr geht eigentlich nicht.

Zumindest nicht, wenn man “nicht nur auf Publikum spielen will”. Was man, so Gratzer, mit einigen aktuellen Produktionen durchaus könnte. Publikumserfolge wie Mascheks “Beim Gusenbauer” stehen im Frühjahr 2008 aber eben trotzdem nicht mehr auf dem Programm – stattdessen wird mit ihnen die neue “Edition Rabenhof” begründet.

Denn nach 100 Vorstellungen der “Gusenbauer”-Puppen – “und wir könnten locker noch 50 füllen”- will man auch wieder einmal etwas anderes machen. Die DVD-Edition startet daher mit einem Mitschnitt des beliebten Programms, der – in der gekürzten Fassung – am 27. Dezember auch vom ORF ausgestrahlt wird. Folgen sollen weitere DVDs, Hörbücher, aber auch Audio-CDs, wie die Fünf-Jahres-Jubiläums-Kompilation des “Protestsongcontest”, der ab 25. Jänner in die nächste, fünfte, Runde geht. 2008 erhalten bleiben auch die “Science Busters”, deren “Herbtsemester” wegen der großen Nachfrage wiederholt wird – bevor sie mit der Erforschung geheimnisvoller Mythen, wie der Frage “Wie viele Eier hat der Osterhase?” ins “Sommersemester” starten. Mit Stermann und Grissemanns “Deutscher Kochschau” geht ein weiterer Publikumsmagnet bis Ende Februar weiter.

Zurück zu den Wurzeln heißt es für Maschek, die die Puppen wieder eingepackt haben und zu ihrem ursprünglichem Genre zurückkehren. “Das Maschek.Patent” widmet sich dem Weltgeschehen aus der etwas anderen Geräusch-Perspektive und lädt zu Hugo Chavez’ Aprilscherzen mit George Bush, sowie zu Angelina Jolies internationalem Casting für ihr neues Adoptivkind ein. Des Weltgeschehens und der vielen Jubiläen von 2008 – 90. Geburtstag der Republik, 70 Jahre nach dem Anschluss und 60 Jahre Staatsgründung Israels – nehmen sich auch Peter Paul Skrepek und Hubsi Kramar in einer Neuauflage von “Zilk und Hitler” an, in der die beiden “politischen Entertainer” ein Resümee über das 20. Jahrhundert anbieten (ab 11. März). Alte Bekannte kehren auch mit der “längst dienenden Show des Hauses” zurück: Cafe Novum mit Matthias Jodl – “der Heinz Conrads des Rabenhof” – geben sich ab 29. Februar wieder ihr jährliches Stelldichein.

Neue Produktionen im Frühjahr gibt es mit den beiden Theater-der-Jugend-Kooperationen “Der junge Till” (ab 8. Jänner) und “Teufelsgeschichten und Zaubersachen” (ab 18. Februar), die “schon einen Rabenhof-Touch haben müssen”, wie Regisseur und Geschäftsführer Roman Freigaßner betonte. Am 4. März hat dann ein Stück mit mehr als nur “Rabenhof-Touch” Premiere, die Mediensatire “Heisshunger”, in der Dolores Schmidinger eine abgehalfterte Schauspielerin mimt, die sich am Ende ihrer Karriere von einem billigen Kabelsender 24 Stunden beim Leben zusehen lässt – und dabei von Dieter Chmelar “angepeitscht” wird. Zu Gast im Rabenhof ist Susanne Lietzow mit zwei (Ko-)Produktionen des Projekttheaters Vorarlberg, “Usher” nach Edgar Allan Poe ab 23. April sowie – nach seiner erfolgreichen Zeit im ehemaligen “dietheater” – der Trash-Thriller “Killer Joe”, der ab 6. Mai wieder in in Wien ist.

“Voll etabliert” hat sich laut Gratzer der “Literatursalon im Gemeindebau” der 2008 mit Juli Zeh, die ihren Roman “Schilf” vorstellt (10. Jänner) , Max Goldt, der mit seinem neuesten Wurf “QQ” kommt (12. und 13. Mai) und zwei “Huldigungsabenden” in die nächste Runde geht. Am 4. Februar wird der 50. Geburtstag Werner Schwabs mit einer Show von Schwab-Interpretin Jennifer Minetti und den Musikern der Einstürzenden Neubauten gefeiert, am 8. April vertont Wiglaf Droste Liebesgedichte von Peter Hacks, die zum 80. Geburtstag des Autors am 21. März auch auf CD erscheinen werden.

Schon einen Monat früher als gewohnt geht das Rabenhof Theater im kommenden Jahr in die Sommerpause. “Wir werden uns nicht in die Konkurrenz mit der EURO 2008 begeben”, so Gratzer, der einräumte, “da werden wir dann selber Fußball schauen.”

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