Quereinsteig für Lehrer soll erleichtert werden

Der Quereinstieg für Lehrer soll in Zukunft erleichtert werden.
Der Quereinstieg für Lehrer soll in Zukunft erleichtert werden. ©APA/HARALD SCHNEIDER (Symbolbild)
Der Quereinstieg soll für Lehrer erleichter werden, das ist das Ziel der Dienstrechtsnovelle, die am Mittwoch den Ministerrat passiert hat. Es soll unter anderem einfach werden, überhaupt umsteigen zu können.

Gleichzeitig wurde die Bezahlung der Lehrenden in der Sommerschule geklärt. Ausbezahlt wird mehr als bisher, dazu gibt es eine Freizeit-Option.

Öffentlicher Dienst als Arbeitgeber soll attraktiver werden

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) betonte im Pressefoyer nach der Regierungssitzung, dass die heutigen Beschlüsse dazu beitragen sollten, den öffentlichen Dienst als Arbeitgeber attraktiver zu machen, gebe es doch auch hier den ein oder anderen Mangel etwa durch Pensionierungswellen.

Quereinsteig für Lehrer als wichtiger Meilenstein

Für Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) handelt es sich um einen wichtigen Meilenstein, den Quereinstieg zu erleichtern. Der war zwar bisher schon möglich, nun soll es aber einfacher werden, etwa indem die Eingangsvoraussetzungen präzisiert werden. So wird nicht wie bisher ein facheinschlägiges Studium, sondern ein fachverwandtes Studium für eine Anstellung ausreichen. So können etwa Absolventen eines Diplomstudiums Chemie auch in Physik und Mathematik eingesetzt werden - nun jedoch nicht mehr nur im schlechter bezahlten Sondervertrag. War bisher etwa zwar ein Mathematik-Studium geeignet für einen Umstieg, war das bei anderen technischen Studien mit hohem Mathematik-Anteil nicht entsprechend der Fall.

Erforderliche Berufspraxis für Lehrer auf drei Jahre vereinheitlicht

Die erforderliche Berufspraxis nach Studienabschluss wird auf drei Jahre vereinheitlicht. Der Umstieg kommt ohne befristete Verträge und ohne Abschläge im Gehalt aus. Vorgelagert ist neu ein Assessment vor der eigentlichen Bewerbung. Damit soll sichergestellt werden, dass die grundlegende pädagogische Eignung für den Lehrberuf gegeben ist. Dieses Assessment - bestehend aus Online- und Präsenzelementen - wird von einer neu geschaffenen Zertifizierungskommission durchgeführt.

30 Euro pro Stunde für Lehramtsstudenten in der Sommerschule

Was die Sommerschule angeht, sollen Lehramtsstudenten künftig eine finanzielle Abgeltung von 30 Euro pro Stunde erhalten. Weiter werden Praxis-Punkte (ECTS) für das Studium angerechnet. Lehrer können wählen, ob sie 50 Euro pro Stunde oder Abschlagsstunden im folgenden Schuljahr in Anspruch nehmen. Die Schulleitungen erhalten gestaffelt - je nach Anzahl der zu betreuenden Gruppen - eine Abgeltung. Diese Regeln gelten schon im heurigen Jahr. Die Sommerschule findet immer in den letzten beiden Ferienwochen statt.

37.500 Schüler sollen an Sommerschule teilnehmen

Rund 37.500 Schüler sollen dabei an rund 1.000 Standorten unterrichtet werden, erklärte Polaschek. Personal sei ausreichend vorhanden. Ziel ist es dabei, Lernrückstände aufzuholen. Für ukrainische Schüler wird vertiefender Förderunterricht mit Schwerpunkt Sprachförderung angeboten. Kogler hob insgesamt hervor, dass von der Sommerschule vor allem jene profitierten, deren Eltern weniger Geld hätten und sich dadurch keine Nachhilfe leisten könnten.

Novelle beim Einstieg in den Lehrerberuf

Eine weitere Neuerung gibt es in der Novelle bezüglich des Einstiegs in den Lehrerberuf. Um das Ziel einer möglichst geringen Belastung der neu eintretenden Lehrpersonen im ersten Dienstjahr zu verfolgen, sollen diese sich auf die Festigung ihrer Lehrtätigkeit konzentrieren können und daher nur in den ihrer Ausbildung entsprechenden Unterrichtsstunden eingesetzt werden. Nach Möglichkeit sollen sie auch zu keinen zusätzlichen Aufgaben wie Klassenvorstandstätigkeiten herangezogen werden.

(APA/Red)

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