Qualität der Ernährungsberater in Wien mangelhaft

Der VKI testete Ernährungsberater in Wien.
Der VKI testete Ernährungsberater in Wien. ©AP/Sara Moulton
Ernährungsberatung boomt. Doch die Qualität der Ernährungsberater in Wien lässt laut Verein für Konsumenteninformation (VKI) zu wünschen übrig. Der VKI überprüfte 16 Wiener Anbieter.

Die Tester des VKI waren bei Ernährungsberatern in Wien unterwegs. Sie seien nur in drei Fällen von Profis fachgerecht beraten worden. Am anderen Ende standen teils abstruse Ratschläge. Knapp ein Drittel der Anbieter sei zur Beratung gar nicht befugt gewesen. Die Auswahl der 16 getesteten Beraterinnen und Berater erfolgte nach dem Zufallsprinzip über Google sowie Werbung in Printmedien und TV. Zudem wurden Anbieter aufgenommen, zu denen der VKI Anfragen von Kunden erhalten hatte. An der Überprüfung, ob sie zur Ernährungsberatung überhaupt befugt sind, scheiterten bereits einige: Knapp jeder dritte Anbieter erfülle die rechtlichen Voraussetzungen nicht, was sich im Magazin “Konsument” umgehend im Testurteil “nicht zufriedenstellend” niederschlug.

Tester wurden nur von drei Anbietern sehr gut beraten

“Unsere Testpersonen wurden nur von drei Anbietern sehr gut beraten. Die Ernährungsempfehlungen entsprachen hier in beiden Szenarien dem Stand der Wissenschaft”, berichteten die Konsumentenschützer. “Am anderen Ende der Skala standen Beratungsgespräche, in denen teils abstruse Empfehlungen gegeben wurden.”

So meinten einige Berater, Obst und Gemüse solle besser nicht zu spät am Abend oder dann nur in geringen Mengen gegessen werden, da sonst Leberschäden drohen könnten. Dafür gebe es keinerlei wissenschaftliche Belege. Etliche Berater empfahlen, auf Weizen und Gluten zu verzichten. Gluten, ein Klebereiweis in Getreide, sei als ” eines der schlimmsten Lebensmittel überhaupt” dargestellt worden und Weizen solle den Darm “verkleben und verschlacken”. Außerdem erfuhren die staunenden Tester, dass “die meisten Menschen heute auf Weizen schlecht reagieren, da dieser so verändert ist”.

Ernährungsberater bieten “nutzlose Testverfahren” an

Bevor Empfehlungen zum Verzicht auf Gluten gegeben werden, müsse ärztlich abgeklärt werden, ob überhaupt eine Unverträglichkeit vorliegt, kritisierten die Konsumentenschützer. Auch die Bildung von “Schlacken” im Körper war in einigen Fällen Thema. Solche vermeintlichen Rückstände aus dem Stoffwechsel seien aber im Körper nicht nachweisbar. Kritik gab es weiters an “nutzlosen Testverfahren” wie Bioresonanz oder Autonome Regulations-Testung, die zum Feststellen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten völlig ungeeignet seien.

Die Konsumentenschützer bewerteten Ernährungsberater fünfmal “gut”, dreimal “weniger zufriedenstellend” und fünfmal “nicht zufriedenstellend”. Drei Anbieter (Ernährungsinstitut Pabst – Resize, Ernährungssachen und Veggie Dreams) wurden als “sehr gut” beurteilt.

APA/Red.

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