Putin warnt bei Militärparade vor Drittem Weltkrieg

Putin warnt bei Militärparade vor der Gefahr eines neuen Weltkriegs.
Putin warnt bei Militärparade vor der Gefahr eines neuen Weltkriegs. ©APA/AFP/SPUTNIK/MIKHAIL METZEL
Am Dienstag wurde in Russland der Tag des Sieges - der 77. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland - gefeiert. Dabei warnte Präsident Wladimir Putin in Moskau vor einem dritten Weltkrieg.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat dem Westen vorgeworfen, eine Invasion Russlands zu planen. Bei der Parade zum "Tag des Sieges" über das nationalsozialistische Deutschland am 9. Mai 1945 rechtfertigte Putin den Angriff auf die Ukraine am Montag damit, dass sich Russland habe wehren müssen. Der Westen bereite "die Invasion unseres Landes, einschließlich der Krim, vor". Der russische Präsident sprach erneut von einer "Spezialoperation" im Nachbarland Ukraine.

NATO als Gefahr an Russlands Grenzen

Der Westen habe über Jahre nicht auf die russischen Sicherheitsinteressen reagiert. Die NATO bilde an den Grenzen zu Russland eine Gefahr, fügte Putin hinzu.

Russische Truppen waren am 24. Februar in die ehemalige Sowjetrepublik Ukraine einmarschiert. Seitdem tobt dort ein Krieg, in dem bereits Zehntausende Menschen umgekommen sind. Die Rede von Putin war mit Spannung erwartet worden. So war spekuliert worden, dass Putin eine Generalmobilmachung oder den Einsatz neuer Waffensysteme ankündigen könnte. Dies tat er in seiner elfminütigen Rede nicht, auch erwähnte er die Ukraine nicht beim Namen und äußerte sich auch nicht dazu wie lange die Kämpfe noch anhalten werden.

Putin warnte vor 3. Weltkrieg

Stattdessen warnte Putin vor einem neuen Weltkrieg. Der damalige Kampf bedeute nicht nur die Verpflichtung, das Andenken derer zu erhalten, die den Nazismus besiegt hätten. Aufgabe sei es, "wachsam zu sein und alles zu tun, damit sich die Schrecken eines globalen Krieges nicht wiederholen", so Putin.

Rede von Wladimir Putin in Moskau zum Ukraine-Krieg

Den Angriff auf die Ukraine begründete er damit, dass der Westen "die Invasion unseres Landes, einschließlich der Krim" vorbereite. Die Ukraine habe sich aufgerüstet mit Waffen der NATO und so eine Gefahr dargestellt für das Land. Feinde Russlands nutzten Terroristen, um Russland zu schaden, so Putin. Er sprach erneut von einer "Spezialoperation" im Nachbarland Ukraine. Eine Generalmobilmachung oder den Einsatz neuer Waffensysteme kündigte er nicht an. Im Vorfeld der Rede war darüber spekuliert worden, dass Putin solche Schritte verkünden könnte. Stattdessen kündigte er für die Kinder und Familien gefallener Soldaten Hilfen an.

Putin würdigte Einsatz der russischen Streitkräfte in der Ukraine

Den Einsatz der russischen Streitkräfte in der Ukraine würdigte der Kremlchef. Die Soldaten kämpften im Donbass in der Ostukraine für die Sicherheit Russlands, so Putin.

Der 69-Jährige betonte, dass der Sieg im Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit den westlichen Alliierten errungen wurde, beklagte aber zugleich die dort herrschende "Russophobie" bei den politischen Eliten. "Uns ist bekannt, dass den amerikanischen Veteranen, die zur Moskauer Parade anreisen wollten, das faktisch verboten wurde", behauptete Putin.

Militärparade zum 9. Mai in Moskau

Tausende Soldaten zogen am Montag bei kaltem Wetter auf dem Roten Platz auf. Die mit einem Großaufgebot an Uniformierten gesicherte Innenstadt glich einer Festung. Hunderte Veteranen, die russische Führung sowie Patriarch Kyrill, das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, nahmen auf einer Ehrentribüne Platz. Putin, der lächelte, begrüßte die Veteranen mit einem Handschlag. In Europas größter Stadt waren auch Tausende Menschen unterwegs, um sich die Waffenschau anzusehen.

Bei der traditionellen Parade in Moskau marschierten rund 11.000 Soldaten. Außerdem wurden Panzer und andere Militärtechnik gezeigt. In Wladiwostok fuhren auch die Weltkriegspanzer vom Typ T-34 in der Kolonne mit.

Die Flugshow wurde von der russischen Führung unterdessen abgesagt. "Der Luftteil findet wegen des Wetters nicht statt", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass am Montag. Ursprünglich sollten 77 Flugzeuge und Hubschrauber an der Militärparade teilnehmen. Medienberichten zufolge war geplant, dass die Kampfflugzeuge ein "Z" am Himmel bilden. Dieses Mal ist kein ausländischer Staatschef bei der Parade zu Gast. Insgesamt waren 28 Paraden im flächenmäßig größten Land der Erde geplant.

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