Putin: Russland bringt Zivilisten in Mariupol in Sicherheit

Die Lage in der umkämpften ukrainischen Stadt Mariupol spitzt sich zu.
Die Lage in der umkämpften ukrainischen Stadt Mariupol spitzt sich zu. ©REUTERS/Alexander Ermochenko
Der russische Präsident Wladimir Putin und sein französischer Kollege Emmanuel Macron haben sich über diehumanitäre Lage in der umkämpften ukrainischen Hafenstadt Mariupol ausgetauscht.

Putin habe Macron in dem Telefonat am Dienstag darüber informiert, dass die russischen Armee humanitäre Hilfe liefere und Zivilisten in Sicherheit bringe, hieß es in einer vom Kreml veröffentlichten Mitteilung.

Heftige Kämpfe in Mariupol

Putin habe dabei betont, dass die "ukrainischen nationalistischen Kämpfer den Widerstand aufgeben und die Waffen niederlegen sollten". Die ukrainischen Behörden werfen den russischen Truppen vor, Bürger aus Mariupol zu verschleppen und gezielt zu töten. Russland weist das zurück - und wirft wiederum ukrainischen Nationalisten vor, sie würden sich in Wohn- und Krankenhäusern verschanzen und die Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzen.

Putin informierte Macron über Lage im Ukraine-Krieg

Der Kremlchef informierte demnach auch über die Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau für eine Beendigung des Krieges, bei denen in Istanbul weitere Schritte vereinbart wurden. Zudem sei es um die Frage von Erdgaslieferungen nach Europa gegangen, die sich Russland nun in seiner Währung Rubel bezahlen lasse, hieß es. Details nannte der Kreml nicht.

Russland droht mit Lieferstopp, sollte nicht in Rubel bezahlt werden

Die Gruppe der führenden sieben Industrienationen (G7), zu der unter anderem Frankreich und Deutschland gehören, hatte eine Währungsumstellung von Dollar und Euro auf Rubel abgelehnt. Russland droht mit einem Lieferstopp, sollte das Geld nicht fließen. Putin hatte erklärt, dass unter der Bedingung der Sanktionen westliche Währungen keinen Nutzen hätten für Russland. Er verlangte deshalb die Zahlung in Rubel, was auch die unter Druck geratene Währung stützen soll. Deutschland sieht das als Vertragsbruch.

Westliche Fünfer-Runde drängt Putin zu Waffenruhe

Die Staats- und Regierungschefs der USA, Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und Italiens haben nach einem gemeinsamen Telefonat der Ukraine weitere tatkräftige Unterstützung zugesagt und den Angriff Russlands scharf verurteilt. Das Quintett forderte den russischen Präsidenten Wladimir Putin zudem auf, die Lieferung humanitärer Hilfe endlich zuzulassen sowie effektive humanitäre Korridore einzurichten, durch welche die Bewohner umkämpfte Gebiete verlassen können.

Konkret wurde hier die seit Wochen belagerte Stadt Mariupol erwähnt. "Sie drängten den russischen Präsidenten Putin erneut dazu, einer Waffenruhe zuzustimmen, alle Kampfhandlungen einzustellen, die russischen Soldaten aus der Ukraine abzuziehen und eine diplomatische Lösung der Krise zu ermöglichen", erklärte der Sprecher des deutschen Kanzlers Olaf Scholz. Der hohe Sanktionsdruck gegen Russland werde beibehalten, hieß es weiter. Beraten wurde auch über Maßnahmen, um Energiesicherheit zu gewährleisten und den hohen Energiepreisen entgegenzuwirken.

Aus Paris hieß es, die Fünfer-Runde habe die Notwendigkeit bekräftigt, über den französischen Präsidenten Emmanuel Macron und in Absprache mit der Ukraine einen Kommunikationskanal zum Kreml aufrechtzuerhalten. Bei der Besprechung sei auch abgesprochen worden, mit welcher Botschaft Macron sich an Putin wendet.

Der britische Premierminister Boris Johnson pochte indes auf Unnachgiebigkeit gegenüber Russland. Die Regierung Putins müsse nach ihren Taten und nicht nach Worten beurteilt werden, betonte Johnson einer Mitteilung zufolge nach dem Gespräch mit den Präsidenten Joe Biden und Macron sowie Scholz und Ministerpräsident Mario Draghi. Einigkeit habe es gegeben, dass der Druck auf Russland nicht nachlassen dürfe, bevor "der Horror, der über die Ukraine gebracht wird" ein Ende nehme, so die Mitteilung weiter.

(APA/Red)

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