Putin-Partei verliert nach Wahlumfragen Zweidrittelmehrheit

Die Opposition kritisiert die Kremlkraft als "Partei der Gauner und Diebe".
Die Opposition kritisiert die Kremlkraft als "Partei der Gauner und Diebe". ©EPA
Die Regierungspartei Geeintes Russland muss laut den letzten Umfragen vor der Dumawahl an diesem Sonntag um ihre Zweidrittelmehrheit fürchten. Demnach kommt die von Regierungschef Wladimir Putin geführte Partei im Vergleich zur Abstimmung von 2007 nur noch auf etwas über 50 Prozent, wie Medien in Moskau berichteten.

Aktuell hat die Kremlpartei 315 Sitze im Parlament, künftig wären es 53 Mandate weniger, wie die Zeitung “Kommersant” am Montag schrieb. Es war der letzte Tag vor der Abstimmung am 4. Dezember, an dem Umfrageergebnisse veröffentlicht werden durften.

Zuwächse für Kommunisten

Das unabhängige Meinungsforschungsinstitut Lewada sowie das staatliche Befragungszentrum Wziom sahen dagegen nach repräsentativen Umfragen Zuwächse vor allem bei den Kommunisten. Aber auch die ultranationalistische Liberaldemokratische Partei (LDPR) von Wladimir Schirinowski sowie Gerechtes Russland konnten sich demnach Hoffnungen auf einen Stimmengewinn machen. Die übrigen drei der insgesamt sieben registrierten Parteien sollen den Wählerbefragungen zufolge an der 7-Prozent-Hürde scheitern.

“Partei der Gauner und Diebe”

Die Regierungspartei, die nach dem Willen Putins Kremlchef Dmitri Medwedew zu ihrem Spitzenkandidaten bestimmt hat, kämpft seit Wochen mit sinkenden Zustimmungswerten. Die Opposition nutzt die Unzufriedenheit in der Bevölkerung und kritisiert die Kremlkraft immer wieder als “Partei der Gauner und Diebe”. Oppositionskräfte, die offensiv eine Beteiligung an der Macht oder einen Systemwechsel fordern, sind nicht zugelassen zur Abstimmung.

(APA)

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