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Punch Brothers beehrten Wiener Konzerthaus

Das Wiener KOnzerthaus wurde gestern Schauplatz der Punch Brothers.
Das Wiener KOnzerthaus wurde gestern Schauplatz der Punch Brothers. ©Rupert Steiner
Die US-Band Punch Brothers beehrten am Mittwoch erstmals das Wiener Konzerthaus mit einer Ladung Folk-Avantgarde. Dem Publikum gefiel es und es wollte mehr.

Die Punch Brothers sind nicht nur in Übersee ein popkulturelles Phänomen. In Zeiten von Barber Shops und Leberkäse-Manufakturen ist akustisches Handwerk auch hier wieder gefragt, was die Präsenz von Vollbärten und Basken-Mützen im Konzerthaus-Publikum bestätigte. Im Gepäck hatte das Ensemble sein aktuelles Album “All Ashore”, das unter anderem den politischen “Zirkus” in den USA reflektiert – für den sich Banjo-Spieler Noam Pikelny mehr oder weniger auf der Bühne entschuldigte.

Obwohl durch und durch als Kollektiv konzipiert, stand das ehemalige Mandolinen-Wunderkind und Sänger Chris Thile im Mittelpunkt der intimen Show. Sein Tenor schlängelte sich durch immer aufs Neue unerwartete harmonische Wendungen. Ob bei Minimal Music (“Movement and Location”), Pop-Avantgarde, Swing-geladener Old-Time-Musik (“Jumbo”) oder dem irisch geprägten Fiddle-Stampfer “Rye Whiskey”, der das reguläre Set beendete.

Punch Brothers unterhielten das Wiener Konzerthaus

Trotz instrumentaler Meisterschaft an Mandoline, Gitarre, Fiddle, Banjo und Kontrabass stehen die Punch Brothers nicht für selbstgefälliges Virtuosentum. Auch das Entertainment kam nicht zu kurz. Wenn etwa eine Nummer des “Father of Bluegrass” angekündigt wird und statt Bill Monroe Claude Debussy (“Passepied”) dargeboten wird. Was dem einen intellektuelle Genugtuung bedeutet, kann dem anderen schon Kopfschmerzen verursachen – abseits anfänglicher Tonprobleme.

Die Begeisterung war dennoch nicht zu bremsen, auch vonseiten der Band selbst. Unabhängig davon, ob dann Donald Trump oder die Hipster-Bewegung die Welt regieren.

(APA/red)

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