Prozess um Flick-Sarg-Entführung geht in Wien weiter

Der Sarg des Milliardärs Flick wurde entführt - nun läuft der Prozess in Wien
Der Sarg des Milliardärs Flick wurde entführt - nun läuft der Prozess in Wien ©AP
2008 wurde der Sarg mit den sterblichen Überresten des Milliardärs Flick entführt. Zwei Tatverdächtige sitzen deshalb nun in Wien wieder auf der Anklagebank - der Hauptangeklagte leugnet nach wie vor die Straftat.
Bilder zum Fall
Sarg-Entführer vor Gericht

Der Prozess gegen die drei mutmaßlichen Entführer des Sarges mit den sterblichen Überresten des Milliardärs Karl Friedrich Flick wurde am Dienstag im Bezirksgericht Pest fortgesetzt. Auf der Anklagebank saßen der Hauptverdächtige, der Jurist Barnabas Sz., der Zweitangeklagte Laszlo F., ein Rumäne, der wegen seiner Statur auch “Grizzly” genannt wird, sowie der Drittangeklagte Zoltan N. Der Hauptangeklagte leugnete weiterhin die Straftat.

“Wollte dem Zweitangeklagten nur helfen”

Wie seine Verteidigerin Agnes Parti betonte, wollte ihr Mandant nur dem Zweitangeklagten helfen, da Laszlo F. wegen eines Erbstreits angeblich von mehreren Personen aus der Ukraine und Moldawien “bedroht wurde”. Diese sollen den Rumänen gezwungen haben, den Sarg zu stehlen.

Am zweiten Verhandlungstag wurden Mitarbeiter der von der Familie Flick eingesetzten privaten Sicherheitsfirma als Zeugen angehört. Diese schilderten ihre Tätigkeit, die schließlich zur Auffindung des Sarges geführt hatte.

Ein Dritter soll Männer zum Flick-Sarg gebracht haben

Lajos Nagy von der ungarischen Sicherheitsfirma erinnerte daran, dass es der Drittangeklagte Zoltan N. gewesen sei, der die Detektive letztlich zum verschwundenen Sarg dirigiert hatte, der in einem Waldstück in Budapest versteckt war. Mitarbeiter seiner Sicherheitsfirma hätten Zoltan N. lange Zeit beobachtet und den Mann dann gestellt. Der Verdächtige habe daraufhin Angaben zum Versteck des Sarges gemacht, das er als eine Art Garage bezeichnete. Weiters soll er zugegeben haben, im Auftrag des Hauptangeklagten den Sarg von Wien nach Budapest transportiert zu haben.

Zoltan N. bestätigte die Richtigkeit dieser Angaben. Am nächsten Verhandlungstag am 30. August sollen weitere Mitarbeiter der Sicherheitsfirma als Zeugen vor Gericht erscheinen.

Über den Fall Flick

Erst drei Jahre nach der Entwendung des Sarges von Karl Friedrich Flick hat der Prozess gegen die Verdächtigen im vergangenen März begonnen. Der Diebstahl aus der Familiengruft auf dem Friedhof von Velden in Kärnten war am 19. November 2008 bekannt geworden. Am 3. Dezember 2009 ist der Sarg mit den sterblichen Überresten des Milliardärs Flick zum zweiten Mal in Velden bestattet worden.

(apa/red)

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