Prozess um Explosion in NÖ Erdgasstation am Dienstag

Am Dienstag findet am Landesgericht Korneuburg ein Prozess zu einer Explosion bei einer niederösterreichischen Erdgasstation statt.
Am Dienstag findet am Landesgericht Korneuburg ein Prozess zu einer Explosion bei einer niederösterreichischen Erdgasstation statt. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Am 12. Dezember 2017 wurden bei einer Explosion in der Erdgasstation Baumgarten (Bezirk Gänserndorf) eine Menschen getötet und 22 schwer verletzt. Am Dienstag findet der Prozess mit zwölf Angeklagten statt.
Explosion in Gasstation in NÖ

Nach einer Explosion mit einem Toten und 22 teils Schwerverletzten in der Erdgasstation Baumgarten (Bezirk Gänserndorf) am 12. Dezember 2017 beginnt nächsten Dienstag der Prozess am Landesgericht Korneuburg. Den zwölf Angeklagten wird fahrlässige Herbeiführung einer Feuersbrunst vorgeworfen. Vier Unternehmen drohen Geldbußen nach dem Verbandsverantwortlichkeitsgesetz. Die Vorwürfe werden bestritten. Zwölf Verhandlungstage sind bis 17. Dezember vorgesehen.

Prozess um Explosion in NÖ Erdgasstation startet am Dienstag

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten unzureichende Überprüfung, Kontrolle und Organisation ohne Einwilligung des Eigentümers vor. Im Fall eines Schuldspruchs in der Einzelrichterverhandlung beträgt der Strafrahmen bis zu drei Jahre. Den Unternehmen werden Fehler bei der Kontrolle von Montage und Dokumentation der Filterseparatoren sowie unzureichende vertraglich festgelegte Prüfungs- und Überwachungsaufgaben im Rahmen des Arbeitnehmerschutzes angelastet.

Aufgrund der Corona-Pandemie gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen. Fernseh-, Film-, Foto- und Tonaufnahmen sind im Gerichtsgebäude an den Verhandlungstagen nicht erlaubt. Medienvertreter müssen sich für eine Teilnahme am Prozess akkreditieren.

Im Zentrum des Prozesses steht ein Filterseparator

Im Zentrum des Prozesses steht ein Filterseparator. Mitarbeiter einer Rohrtechnik-Firma sollen das Gerät, das Feuchtigkeit aus Gasleitungen filtert, 2016 in einer Anlage in Kärnten abgebaut haben. 2017 wurde der Filterseparator in der Station der Gas Connect Austria (GCA) installiert. Als das Gerät am 12. Dezember 2017 mit Erdgas gefüllt wurde, riss der Deckel ab und wurde auf einen gegenüberliegenden Filterseparator geschleudert, dessen Verschluss ebenfalls aufging. Unter hohem Druck trat Gas aus, es kam zu einer Explosion.

Fehlendes Bauteil war bei TÜV-Prüfung nicht aufgefallen

Als Ursache gilt laut Staatsanwaltschaft unter anderem eine nicht plankonform befestigte Zentralschraube, ein fehlender Sicherungszentralhebel und eine unzulässig aufgeschraubte Druckklappe am Schnellverschluss. Das Gerät soll von Mitarbeitern der TÜV (Technischer Überwachungsverein, Anm.) Austria Services geprüft worden sein, ohne dass ein fehlendes Bauteil aufgefallen wäre. Die GCA hatte einen Teil der Prüfaufgaben an einen Dienstleister ausgelagert.

Bei der Explosion wurde ein 32-jähriger TÜV-Techniker getötet. 22 Personen wurden teilweise schwer verletzt.

(APA/Red)

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