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Prozess in Wien: Porsche 911 zerstört und aus Fenster abgeseilt

Der Mann gibt an, den Porsche 911 ohne Kratzer abgeliefert zu haben.
Der Mann gibt an, den Porsche 911 ohne Kratzer abgeliefert zu haben. ©Pixabay.com
Wahrlich wie im Film verlief eine Partynacht eines 35-Jährigen in Wien. Der Mann soll dabei einen Porsche zerstört haben, später seilte er sich an Leintüchern aus seiner Wohnung ab.

Mit einem 35-Jährigen, der sich nach einer Partynacht mit einem fremden Porsche 911 nach Kärnten begeben hat, das Fahrzeug schrottreif gefahren und in diesem Zustand zurückgegeben haben soll, hat sich am Mittwoch ein Wiener Schöffensenat auseinandergesetzt. Er habe sich den Porsche vom Besitzer "ausgeborgt" und sei unfallfrei unterwegs gewesen, behauptete der Angeklagte. Es wurde vertagt.

Ramponierter Porsche 911

Der Mann - eigenen Angaben zufolge dem Kokain ergeben, was sich auch in entsprechenden Vorstrafen manifestiert - landete am 24. Jänner 2019 nach einer durchgefeierten Nacht mit zwei Bekannten und einer jungen Dame in der Wohnung eines Begleiters. Als die anderen miteinander intim wurden, habe er seinen Autoschlüssel gesucht, diesen nicht gefunden und daher mit stillem Einverständnis des Besitzers den auf einem Tischchen befindlichen Porsche-Schlüssel an sich genommen, erklärte der Angeklagte.

Damit ging es nach Kärnten, ohne dass er dort oder auf der Hin- und Rückfahrt den Sportwagen ramponiert hätte, wie er versicherte. Er habe den Porsche nach seiner Spritztour vor der Wohnung des Besitzers abgestellt, die Schlüssel auf den rechten Vorderreifen gelegt und den Porsche-Fahrer das auch wissen lassen. Wer das Auto zerstört habe - laut Richter Wilhelm Mende sieht es mittlerweile "wie eine mittelprächtige Stanniolkugel" aus - , wisse er nicht.

Wie im Kino: Aus Wohnung abgeseilt

Als der 35-Jährige am 15. Februar wegen Verdachts auf Drogenhandel festgenommen werden sollte, seilte sich der Mann mit zusammengeknoteten Leintüchern aus seiner Wohnung ab, während an der Tür Polizeibeamte klopften. Er schnappte sich seine andernorts gemeldete Lebensgefährtin und checkte mit dieser unter einem falschen Namen im Schloss Wilhelminenberg ein, wo die beiden drei Nächte verbrachten.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Mann zur Last, eine offene Rechnung von mehr als 700 Euro hinterlassen zu haben. "Das Zimmer hat er im Vorhinein bezahlt", betonte Verteidiger Florian Kreiner. Offen geblieben sei lediglich die Minibar-Rechnung, und das auch nur deshalb, weil sein Mandant überstürzt das am Wiener Stadtrand gelegene Vier Sterne-Hotel verlassen habe: "Er hat sich eingebildet, die Polizei steht wieder vor der Tür."

(APA/red)

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