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Prozess: Im Schlaf überfallen

Wegen der nächtlichen Hitze im heurigen rekordsommer Wohnungstür offen gelassen - Der einschlägig vorberstrafte Räuber schlug mit Weinflasche zu.

Weil es so schwül war, öffneten zwei Polen am 10. August 2003 bei weit aufgerissenen Fenstern in ihrer Unterkunft in Wien-Landstraße auch noch die Wohnungstür, ehe sie sich schlafen legten. Ein Fehler: Kurz vor Mitternacht stand plötzlich ein unbekannter Mann an ihrem Bett und verlangte Geld. Als die Männer nicht spurten, versetzte er er dem einen einen Faustschlag, während der andere eine Doppelliterflasche Wein übergezogen bekam. „Ich war klein, er war groß. Zack zack! Zahn weg, alles weg“, schilderte der ältere der beiden am Donnerstag im Wiener Landesgericht den Überfall.

Angeklagter ist ein alter Hase
Bei dem Angeklagten handelte es sich um einen alten Bekannten:
Gerhard Sch. (37) ist schon öfters unter der Vorspiegelung, er käme von der Hausverwaltung und hätte die Miete bzw. Betriebskosten zu kassieren, in fremde Wohnungen eingedrungen. Das bescherte ihm zuletzt sechs Jahre im Gefängnis. Wird er nicht – wie immerhin schon drei Mal – wegen Raubes verurteilt, bleibt meistens immer noch ein Diebstahl hängen: Den Schmäh, er sei ein Gaskassier, hat er schon seit langem im Repertoire. Laufen seine Opfer – meist ältere Frauen – aufgeregt durch die Wohnung, weil sie angeblich eine Gutschrift zu erwarten hätten, wofür jedoch die Vorlage der letzten Abrechnung vonnöten wäre, steckt Gerhard Sch. heimlich ihre Brieftaschen ein.

“Mein einziger Chef ist Rapid”
Diesmal gab er sich gar als Wohnungsbesitzer aus. Der eine Pole durchschaute aber den Schwindel. „Ich habe keinen Chef! Mein einziger Chef ist Rapid. Auf dem Fußballplatz“, erläuterte der Mann dem Schwurgericht (Vorsitz: Ilse Maria Vrabl-Sanda, Staatsanwältin Natascha Michel). Als der mehr als nur heitere Auftritt hinterfragt wurde und man sich erkundigte, was der Zeuge heute denn getrunken habe, bemerkte dieser: „Wein. Nur Wein.“

Sein Landsmann war anschließend nicht weniger originell. Als Beruf gab er „Schachspieler“ an.

Den nächtlichen Besucher hatten die beiden jedoch weniger lustig empfunden. 600 Euro nahm ihnen Gerhard Sch. ab, wobei er sich vor allem darüber ärgerte, dass er kein Wort davon verstand, was seine Opfer besprachen. „Heast, redet’s Deitsch! I wü a was vasteh’n“, rief er schließlich.

Die Anklage bereitete ihm kein Kopfzerbrechen. „Wenn das für an Raub ausg’legt wird, na bitte! Stimmt, dass i reingangen bin und die z’samm g’schlag’n hob. So g’seh’n bin i schuldig und aus!“

Redaktion: Claus Kramsl

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