Prozess gegen Wiener "Prügelpolizisten"

Der Prozess gegen den angeblichen "Prügelpolizisten" wurde am Mittwoch vertagt. Der Beschuldigte soll im Jänner 2010 eine schwer alkoholisierte Frau zwei Mal mit der Faus ins Gesicht geschlagen haben.

Ein angeblicher “Prügelpolizist” hatte sich am Mittwoch im Wiener Straflandesgericht zu verantworten. Der Mann soll am 14. Jänner 2009 einer schwer betrunkenen Frau, die nach einem von ihr verschuldeten Verkehrsunfall im Arrest gelandet war, zwei Faustschläge ins Gesicht verpasst haben. Der Polizist wies das entschieden zurück. Die Verhandlung wurde zur Befragung weiterer Zeugen vertagt.

Mit 2,2 Promille hatte sich die 27-Jährige nach einem Lokalbesuch noch ans Steuer ihres Pkw gesetzt. Weit kam sie nicht. Beim Ausparken nahm sie drei abgestellte Fahrzeuge mit. Eine Passantin alarmierte die Polizei.

Attackierte weibliche Beamte

Da sich die Unfalllenkerin nicht kooperativ zeigte, wurde sie zur Identitätsfeststellung und Vornahme eines Alko-Tests in eine Wachstube gebracht. Am Weg dorthin attackierte sie eine weibliche Beamtin, wofür sie mittlerweile rechtskräftig wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt verurteilt wurde.

Auf der Wachstube “hab i ka Ruh geben”, räumte die Frau nun vor Richterin Christina Salzborn ein. Sie habe “weiter randaliert. Das war a Adrenalinschub, weil i verhaftet worden bin, was mir vorher noch nie passiert is’.”

“Jetzt reicht’s mir!”

Ein Beamter verfrachtete die 27-Jährige schließlich in eine Gummizelle. Weil sie selbst dort nicht zu bändigen war, habe der Uniformierte plötzlich “Jetzt reicht’s mir!” gesagt und ihr die Faust zweimal ins Gesicht geschlagen, berichtete die Zeugin.

Dazu sei es nie gekommen, konterte der Angeklagte, der seit 1974 bei der Bundespolizeidirektion Wien Dienst versieht. Die junge Frau habe ständig herumgeschrien und sich “aufgeführt. Die Person war sehr aufgebracht. Sie hat uns bedroht, dass wir Straßenkehrer sein werden, wenn wir sie nicht sofort freilassen.”

Frau wurde genötigt

Die Staatsanwaltschaft hat einen Kollegen des Polizisten wegen Nötigung mitangeklagt. Dieser soll der Frau am folgenden Morgen gedroht haben, man werde sie weitere 48 Stunden in Verwahrungshaft behalten, falls sie dem Polizeijuristen etwas von der erlittenen Misshandlung erzähle. Auch dieser Beamte bekannte sich “nicht schuldig”.

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