Prozess gegen Mutter in Wien: Tochter angeblich zu Sex mit fremdem Mann gezwungen

Prozess gegen eine Mutter im Straflandesgericht Wien: Tochter wurde angeblich zum Sex mit fremden Mann gezwungen
Prozess gegen eine Mutter im Straflandesgericht Wien: Tochter wurde angeblich zum Sex mit fremden Mann gezwungen ©APA
Am Straflandesgericht in Wien muss sich eine 29-jährige Mutter wegen angeblichen schweren sexuellen Missbrauchs verantworten. Sie soll sich an ihrer 10-jährigen Tochter vergangen und diese dann im Anschluss zum Sex mit einem fremden Mann gezwungen haben.

Seit Dienstag, den 19. Juni 2012 muss sich eine 29-jährige Frau am Straflandesgericht Wien im 9. Bezirk wegen schweren sexuellen Missbrauchs verantworten. Sie soll sich an ihrer zehn Jahre alten Tochter vergangen haben. Nachdem das Kind diverse Praktiken über sich ergehen hat lassen müssen, soll die Angeklagte das Kind in ihrer Wohnung in Wien-Brigittenau einem unbekannten Mann zur Vornahme sexueller Handlungen überlassen haben. Laut Anklage soll die Mutter den Mann während der Tat Anweisungen gegeben und ihn sogar “stimuliert” haben.

Mädchen angeblich zum Sex mit fremden Mann gezwungen

Das Mädchen war im Mai 2011 von der Schule direkt zu ihren Großeltern gegangen und habe ihnen erzählte, ihre Mutter habe sie im vergangenen Herbst in Intimbereich berührt und im Anschluss sei sie von einem unbekannten Mann vergewaltigt worden. Die Großmutter erstattete sofort Anzeige. Danach wurde das Mädchen in ein Heim gebracht. Dort schilderte sie die Tat auch ihrer Rechtsvertretung, Eva Plaz.

Eva Plaz ist der Meinung, dass das Mädchen die Wahrheit sagt. “Es geht ihr sehr schlecht. Sie leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung und steht in psychotherapeutischer und psychiatrischer Behandlung”, sagte die  Rechtsvertreterin des Mädchens. Die Schülerin belaste die Mutter “in einer Klarheit, dass sie das Ganze nicht erfunden haben kann. Ich persönlich glaube, dass die Angeklagte das Kind einfach verkauft hat”, so Plaz weiter.

Im Zuge einer spitalsärztlichen Untersuchung waren bei der Tochter erhebliche Verletzungen festgestellt worden. Bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung der Angeklagten stießen die Ermittler zudem auf DNA-Spuren, welche die Mutter belasten könnten.

Prozess in Wien: Mutter bestreitet die Vorwürfe

Vor Gericht zeigt sich die Frau nicht geständig: “Die Vorwürfe sind nicht richtig. Sie treffen nicht zu”, meinte die Angeklagte. Die Mutter könne sich nicht erklären, wie ihre Tochter auf diese Behauptungen kommt. Möglich, dass diese unter dem Einfluss ihrer Eltern zustande gekommen seien, mit denen sie Schwierigkeiten hatte, weil sie sich als gebürtige Türkin von ihrem Mann getrennt hatte und allein lebte: “Meine Familie wäre damit niemals einverstanden gewesen.”

Die Frau meinte weiter, dass ihre Tochter sei “ein schwieriges Kind” gewesen sei: “Ich bin der Meinung, dass ich eine tolerante und geduldige Person bin. Ich habe niemals Gewalt angewendet, habe sie niemals geschlagen und mich bemüht, sie sanft zu behandeln.” Im Straflandesgericht Wien im 9. Bezirk wurde  damit begonnen, die Vorwürfe gegen die Mutter zu untersuchen.

Am Dienstagnachmittag wurde entschieden, den Fall zu vertagen. Das Gericht will weitere Zeugen hören, die Verhandlung wird Mitte Juli fortgesetzt.

(Red./APA)

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