"pro:woman": Polit-Prominenz würdigte Wiener Ambulatorium

Vizebürgermeisterin Renate Brauner, Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und die ehemalige Frauenministerin Johanna Dohnal
Vizebürgermeisterin Renate Brauner, Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und die ehemalige Frauenministerin Johanna Dohnal ©APA
Trotz der Proteste unterschiedlicher Gruppierungen im Vorfeld ging der "pro:woman"-Empfang am Donnerstagabend im Wiener Rathauskeller feierlich über die Bühne. Rund 230 geladene Gäste - Mitarbeiter und Wegbegleiter des Ambulatoriums - ließen sich von den Demonstranten nicht beirren und feierten das 30-jährige Bestehen der Einrichtung.
Feierlicher Empfang trotz Protesten

Unter den Anwesenden ließ sich auch kurz Ex-Frauenministerin Johanna Dohnal (S) blicken, die mit langanhaltendem Applaus von den Gästen begrüßt wurde.

Zu den Gratulanten zählten auch Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (beide S), die mittels Videobotschaften die Wichtigkeit des Rechts der Frauen auf Selbstbestimmung und einer guten Aufklärungsarbeit betonten – Appelle, die von den Festgästen mit großem Beifall, Jubelrufen und Pfiffen bedacht wurden. Die Geschäftsführerin von “pro:woman”, Elke Graf, betonte am Rande der Festaktes: “Wer nicht kapiert, dass Abtreibung ein Frauenrecht ist, geht an der Realität vorbei.”

Dass der Empfang einen solchen Wirbel verursachen würde, hätte sich SP-Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely, die Gastgeberin des Abends, nicht gedacht: “Ich habe nicht damit gerechnet, dass eine Regelung (die Fristenlösung, Anm.), die es seit fast 35 Jahren in Österreich gibt, noch immer nicht akzeptiert wird”, meinte sie gegenüber der APA. Eine Absage des Empfangs, wie zuvor von Kardinal Christoph Schönborn und Abtreibungsgegnern gefordert, sei “keine Option” gewesen. In Richtung der vor dem Rathaus protestierenden Veranstaltungsgegner meinte sie: “Es sei ein Kurzschluss zu denken, dass es ohne Fristenlösung keine Abtreibungen gäbe.”

Die Politikerin wies darauf hin, dass es Schwangerschaftsabbrüche schon immer gegeben habe – nur vor der gesetzlichen Legalisierung wären “viele viele tausende Frauen” bei dem Eingriff gestorben, denn: “Die Reichen konnten sich eine ‘State-of-the-art-Behandlung leisten, die Armen sind auf dem Küchentisch verblutet”, so die Stadtpolitikerin. Als “üblen Manipulationsversuch” wertete die beim Empfang anwesende Psychotherapeutin Rotraud Perner die Protestaktion im Vorfeld der Veranstaltung. “Man versucht, den Frauen ein schlechtes Gewissen zu machen”, ärgerte sie sich.

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