Provisionen: 40 Prozent der Makler berechnen zu viel

Nicht wenige Makler setzen sich über geltBestimmungen hinweg.
Nicht wenige Makler setzen sich über geltBestimmungen hinweg. ©S. Hofschlaeger / Pixelio
Meist "vergessen" Makler von der Gesamtmiete die 10-prozentige Umsatzsteuer abzuziehen. Außerdem verrechnet jeder fünfte weiterhin drei Monatsmieten Provision statt der erlaubten zwei.
Weniger Provision seit Septenber
Makler verlangen zu viel Provision

In vierzig Prozent der Fälle wurden von Maklern die Provisionen falsch berechnet. Meist werde “vergessen” von der Gesamtmiete die 10-prozentige Umsatzsteuer abzuziehen, ergab sich aus dem dritten Maklertest der Mietervereinigung, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Auch verrechne jeder fünfte Makler weiter drei Monatsmieten Provision statt der erlaubten zwei Mieten, kritisiert Georg Niedermühlbichler, Präsident der Mietervereinigung Österreichs.

Zu viel verrechnete Provisionen sollen unbedingt zurückgefordert werden, empfiehlt die Mietervereinigung. Dies sei bis zu 10 Jahre rückwirkend möglich.

Doch nicht mehr Sammeltermine

Dafür sei es nach Erfahrung der Mietervereinigung nicht zu mehr Sammelterminen bei Wohnungsbesichtigungen gekommen und auch die Serviceleistungen hätten nicht darunter gelitten. Die durchschnittliche Besichtigungsdauer sei zwar auf 21 Minuten gestiegen, “dennoch ist dies nicht genug Zeit, um sich ein entsprechendes Bild über eine Wohnung machen zu können”.

Außerdem kritisiert die Mietervereinigung, dass “ein Großteil der Makler” ihrer gesetzlichen Aufklärungspflicht nicht nachkomme. So habe kaum ein Makler selbstständig über eine vorhandene Therme und die dazugehörigen Pflichten und Rechte des Mieters oder die Elektrik aufgeklärt, zum Energieausweis hätten sich lediglich 5 Prozent der Makler geäußert. Kein einziger Makler habe auf seine “Doppelmaklertätigkeit” hingewiesen, also darauf, dass er für beide Seiten tätig ist. Diese gehöre abgeschafft.

Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht

Der Schluss der Mietervereinigung: “Das Preis-Leistungs-Verhältnis kann auch in diesem Jahr als nicht gerechtfertigt eingestuft werden. Die Serviceleistung seitens der Makler hat sich zum Vorjahr aber zumindest nicht verschlechtert. Wir fordern daher nach wie vor, dass die Maklerprovisionen vom Auftraggeber – und das ist in 98 Prozent der Fälle der Vermieter – bezahlt werden”.

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