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Protestkundgebung gegen Lobau-Autobahn

Prominentenkomitee „Retten wir die Lobau“ macht gegen die geplante Wiener Nordostumfahrung mobil - "symbolische Lobau-Besetzung".

Etwa 1.000 Menschen haben am Montag ihren Protest gegen den geplanten Bau einer Wiener Nordostumfahrung, die den Nationalpark Lobau durchqueren soll, zum Ausdruck gebracht. Das Prominentenkomitee „Retten wir die Lobau“, Umweltschutzorganisationen und die Grünen haben zu einer „symbolischen Besetzung“ der Lobau aufgerufen.

In Diskussion sind derzeit zwei Trassen-Varianten – eine so genannte Speckgürtel-Variante am Stadtrand und eine zentrumsnähere Route über das Asperner Flugfeld. Von den Grünen werden beide abgelehnt. Sie befürchten eine Beeinträchtigung des Grundwasserhaushaltes und eine starke Zunahme des Verkehrs. Gefordert wird von ihnen der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und den Bau lokaler Umfahrungen der Ortskerne.

Grünen-Nostalgie

An der Protestkundgebung teilgenommen haben auch einige Gallionsfiguren der Hainburger Proteste. „Wir lassen uns nicht den Rest der Natur auch noch nehmen“, sagte Grünen-Mitbegründerin Freda Meissner-Blau bei einer Rede in Groß Enzersdorf. Sie erinnerte an die Besetzung der Hainburger Au im Winter 1984/85, als es gelungen sei „mit Demokratie von unten“ die Regierung zum Verzweifeln zu bringen. Man werde weder eine Autobahn “über, unter, neben oder in der Nähe des Nationalparkes“ akzeptieren.

Grünen-Chef Van der Bellen zeigte sich solidarisch mit den Aktivisten. Sie stünden stellvertretend für die Transit-Gegner in allen Bundesländern. Die Grünen würden zeigen, dass es Alternativen gibt.

Seine Stellvertreterin Glawischnig bezeichnete die Lobau-Autobahn als „Symbol für eine völlig falsche, fehlgeleitete, irrwitzige Verkehrspolitik“. Selten habe es „mehr Verlogenheit bei den politisch Verantwortlichen“ gegeben, als in den vergangenen Wochen rund um die Transit-Debatte, griff sie die Regierung an.

Redaktion: Bernhard Degen

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