Proteste nach Selbstmord von kastenlosem Mann in Indien

Die Wogen gehen hoch nach dem Selbstmord
Die Wogen gehen hoch nach dem Selbstmord
Der Suizid eines Studenten in Indien hat Proteste im ganzen Land gegen kastenbasierte Diskriminierung ausgelöst. Der 26 Jahre alte Doktorand hatte sich in seiner Universität in der südindischen Stadt Hyderabad erhängt, nachdem er zusammen mit vier anderen aus dem Studentenwohnheim geschmissen worden war. Sie alle sind Dalits, stehen also ganz am unteren Ende der indischen Kastenhierarchie.


Am Dienstag demonstrierten Studenten unter anderem in Hyderabad, Mumbai, Neu Delhi und Pune. In sozialen Medien wurde ein mutmaßlicher Brief des Doktoranden massenhaft geteilt, in dem er von weitverbreiteter Verfolgung von Dalits auf dem Campus spricht. Darin bittet der 26-Jährige den Vizekanzler seiner Universität offenbar auch, Dalits entweder Gift oder ein Seil zum Erhängen zu geben. Früher wurden Dalits als Unberührbare beschimpft.

Die Polizei in Hyderabad ermittle in dem Fall, sagte ein Sprecher. Gegen den Uni-Vizekanzler und einen Minister seien Anzeigen eingegangen. Sie würden beschuldigt, den Studenten zum Suizid getrieben zu haben.

Ungleichbehandlung von Menschen bestimmter Kasten ist in Indien per Verfassung verboten. Trotzdem definieren sich die meisten Menschen noch immer vor allem über ihre Kastenzugehörigkeit. Ehen zwischen Mitgliedern verschiedener Kasten sind selten.

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