Proteste gegen umstrittenen "Hass Sänger" Bounty Killer in Wien angekündigt

Gegen das Konzert des "Hass-Sängers" formiert sich Protest.
Gegen das Konzert des "Hass-Sängers" formiert sich Protest. ©Pixabay.com (Sujet)
Der "Hass-Sänger" Bounty Killer wird am 3. Mai im Wiener Reigen auftreten. In London, Berlin und Belgien darf der Dancehall-DJ wegen seiner homophoben Texte nicht auftreten. In Deutschland laufen außerdem Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen ihn. Auch gegen seinen Auftritt in Wien formiert sich Protest.

Die Homosexuelle Initiative HOSI rief zur Demo gegen den “Hass-Sänger” auf. Die Initiative zitierte in einer Aussendung vom Donnerstag aus den Texten des 45-Jährigen mit bürgerlichem Namen Rodney Price: “Wir entfachen ein Feuer für euch stinkende Schwuchteln und Parasiten. Jamaika wird niemals zulassen, dass ihr unser Paradies beschmutzt.” Auch zum Ertränken oder Auslöschen der “Schwuchteln” durch einen Laserstrahl habe er in früheren Liedern aufgerufen, berichtete HOSI.

HOSI ruft zu Demo gegen “Hass-Sänger” auf

So extremer Hass habe in Österreich nichts verloren. “Hier ist eine Grenze überschritten. Dieses Konzert gehört abgesagt, genauso wie schon vor zwei Wochen das in Berlin geplante”, forderte HOSI-Obmann Moritz Yvon. “Bei Aufruf zum Mord kann von Kunst keine Rede mehr sein.”

Vom Veranstalter des Konzertes zeigt sich Yvon enttäuscht: “Die Beschwichtigungen, Bounty Killer würde diese Zeilen so eh nicht mehr singen, können wir nur als schlechten Scherz deuten. Es ist ja wohl das absolute Minimum, dass nicht auf offener Bühne zum Mord aufgerufen wird.” Lui Fidelsberger, Obfrau der HOSI Wien, sagte: “Wir hoffen jedenfalls, dass sich die Förderer des Reigen fragen, welche Inhalte sie da unterstützen.” Eine Protestkundgebung am 3. Mai um 20.00 Uhr vor dem Club soll noch heute angemeldet werden. Die APA konnte den Veranstalter vorerst nicht für eine Stellungnahme erreichen.

Kingston erfolgreichster Dancehall-Vertreter

Der Künstler aus Kingston gehört zu den erfolgreichsten Vertretern des modernen Dancehall. Dem breiten Publikum wurde er unter anderem durch Kooperationen mit The Fugees und No Doubt bekannt. Veranstalter haben immer wieder darauf hingewiesen, dass die inkriminierten Texte “alt und überholt” seien. Wie der Berliner “Tagesspiegel” vor wenigen Tagen berichtete, gab es bisher vom Sänger selbst keine die Kritik entkräftigende Stellungnahme.

Konzert wird in Wien stattfinden

Nach dem angekündigten Protest der Homosexuellen Initiative HOSI gegen ein Konzert des jamaikanischen Dancehall-DJs Bounty Killer reagiert der Geschäftsführer des Wiener Reigen, wo das Konzert stattfinden soll: “Grundsätzlich dulden wir in unserem Lokal bei Konzerten keinerlei Hassbotschaften – an wen auch immer”, heißt es in einem der APA übermittelten Statement.

“Unsere Programmgestaltung zeigt unsere Offenheit und Vielschichtigkeit”, so Reigen-Geschäftsführer Wolfgang Windbacher. “Das gilt auch für Veranstalter, die sich bei uns einmieten.” Die Reggaekonzerte würden seit Jahren vom selben Veranstalterteam durchgeführt. “Es gab auch bei früheren Reggaekünstlern im Vorfeld heftige Proteste, die sich allerdings dann als unbegründet – wie bei Sizzla (der auch als Hass-Sänger bezeichnet wurde) herausgestellt haben – alle Konzerte sind sehr friedlich und ohne Hassbotschaften abgelaufen.”

Windbacher verweist auf den rechtsgültigen Mietvertrag mit dem Veranstalter, den man nicht brechen werde. Abschließend hält Windbacher fest: “Sollten rechtlich relevante Tatsachen auftauchen, müsste die Behörde tätig werden!”

APA/Red.

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