Protestaufruf gegen Pensionsreform in Frankreich

Die Pläne der französischen Regie­rung zur Reform des Pensionssystems stoßen weiter auf heftige Kritik der Gewerkschaften. Sechs Arbeitnehmervertretungen riefen am Montag die Franzosen auf, sich "massiv" an einem landesweiten Protesttag am 24. Juni gegen "das ungerechte Vorhaben" zu beteiligen. Die französische Regierung will am Mittwoch offiziell ihre Pläne verkünden, das Pensionsantrittsalter auf 62 oder 63 Jahre heraufzusetzen. Die Gewerkschaften verlangen, dass die Franzosen wie bisher mit 60 in den Ruhestand gehen können.
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Die Anhebung des Antrittsalters werde “die Ungleichheiten” in der Gesellschaft erhöhen, sagte der Generalsekretär der mitgliederstärksten Gewerkschaft CFDT, Francois Chereque, dem Radiosender RMC. Beschäftigte, die sehr früh zu arbeiten begonnen hätten, würden benachteiligt. Die CFDT ist aber unter Bedingungen bereit, einer weiteren Verlängerung der Beitragszeiten zuzustimmen. Bisher müssen die Franzosen 40 Jahre arbeiten, um ein volles Ruhestandsgeld zu bekommen; ab 2012 sind es nach einer früheren Reform 41 Jahre.

Schon für Dienstag hat die kleinere Gewerkschaft Force Ouvriere (FO) zu Protesten aufgerufen. Sie schloss sich ddem Streikaufruf für den 24. Juni nicht an, da sie anders als die CFDT auch eine Verlängerung der Beitragszeiten ablehnt. Ziel müsse es sein, die Regierung “schlicht und einfach zur Rücknahme” der Reform zu zwingen, sagte FO-Chef Jean-Claude Mailly der Zeitung “Le Parisien”. Ihm zufolge wird das eigentliche “Ringen” um die Pensionsreform erst im Herbst stattfinden.

Zuletzt hatten die Franzosen am 27. Mai massiv gegen die Reform protestiert. An den Streiks und Demonstrationen beteiligten sich laut Gewerkschaften eine Million Menschen, der Polizei zufolge waren es 400.000.

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