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Protestaktion von SOS Mitmensch vor dem Kanzleramt in Wien

Protestaktion in Wien: Zwei 50 kg schwere Eisblöcke aufgestellt.
Protestaktion in Wien: Zwei 50 kg schwere Eisblöcke aufgestellt. ©APA/HANS PUNZ
Am Dienstag protestierte die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch vor dem Kanzleramt in Wien und stellte zwei 50 Kilogramm schwere Eisblöcke auf.
Bilder der Protestaktion

"Die beiden Eisblöcke symbolisieren die eiskalten Schultern, die der Bundeskanzler bislang den Frauen, Männern und Kindern zeigt, die in Europa in nicht winterfesten Elendslagern ausharren müssen", erklärte SOS Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak.

SOS Mitmensch stellte Eisblöcke vor Bundeskanzleramt in Wien ab

"Es liegt in der Macht der Regierung, die Eisblockpolitik jetzt zum Schmelzen zu bringen. Die Beteiligung Österreichs an der Evakuierung der im Schlamm versinkenden Flüchtlingslager ist ein Gebot der Stunde. Wir dürfen nicht länger zu den politischen Kältepolen Europas gehören, sondern sollten ein menschliches Vorbild für andere Länder sein", sagte Pollak.

Menschenunwürdige Situation auf Lesbos

Er sprach von einer dramatischen und menschenunwürdigen Situation auf der griechischen Insel Lesbos, wo ein Drittel der im Lager festsitzenden Menschen Kinder seien. Und Pollak erinnerte auch daran, dass in Österreich zahlreichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zur sofortigen Aufnahme von Geflüchteten aus den nicht winterfesten Lagern in ihren Gemeinden bereit seien. Auch aus der Kanzler-Partei ÖVP würden sich immer mehr Stimmen zu Wort melden, "die die Politik der Kälte nicht mehr mittragen wollen", sagte Pollak.

SPÖ mit Appell an die Regierung

Auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch richtete am Dienstag neuerlich einen dringenden Appell an die Regierung, Kinder aus den griechischen Lagern aufzunehmen. "Seit Monaten müssen die Kinder von Moria wegen der Kaltherzigkeit der Regierung unter katastrophalen Bedingungen in Dreck und Elend dahinvegetieren. Jetzt kommen auch noch Regen und Kälte dazu", sagte Deutsch in einer Aussendung. Die von der Regierung angekündigte "Hilfe vor Ort" ist für ihn "nur ein PR-Schmäh". Die Hilfsgüter seien nur teilweise angekommen, ein großer Teil sei immer noch eingelagert. Und auch der Start des versprochenen Kindertageszentrums verzögere sich immer weiter.

Auf Puls 24 forderten auch der frühere Flüchtlingskoordinator Christian Konrad und der Wiener Alt-Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) die Aufnahme von Flüchtlingen aus den griechischen Lagern und kritisierten die Bundesregierung. Für Häupl ist die Haltung der Regierung "eine Schande" und auch Konrad sagte: "Moria ist eine europäische Schande und wir sind ein Teil davon."

(APA/red)

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