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Profieinbrecher aus dem Verkehr gezogen

Kommissar Zufall sowie Kommissar DNA haben nun einen international aktiven Profieinbrecher aus dem Verkehr gezogen.

Der 31-jährige Bosnier war mit speziellem Werkzeug, u.a. für die so genannte Fensterbohrmethode, ausgerüstet – und hat davon offenbar in Österreich, Deutschland und der Schweiz reichlich Gebrauch gemacht, berichtete Ermittlungsleiter Oberst Gerhard Joszt vom Bundeskriminalamt am Sonntag.

Der Mann war am 18. April im Zuge einer ganz normalen Verkehrskontrolle kontrolliert worden und hatte sich mit exzellent gemachten falschen Papieren ausgewiesen. Sein Verhalten kam den Beamten allerdings verdächtig vor, ein zugezogener Experte identifizierte die Ausweise als Falsifikate. Nun bewährte sich der neu geschaffene Prümer DNA-Datenbankverbund (Datenaustausch zwischen den Polizeibehörden der EU-Staaten), der laut Joszt fast online eine Abfrage ermöglicht. Hier gab es Treffer zu zahlreichen Einbruchsdiebstählen in Deutschland und der Schweiz.

Nun schrillten bei der heimischen Polizei die Alarmglocken. „So hoch professionelle Einbrecherbanden hinterlassen nur bei jeder 20., 30. Tat DNA-Spuren. Man kann sich vorstellen, wie aktiv der 31-Jährige war“, meinte der Ermittlungsleiter. Man geht von hunderten Einbrüchen aus – die vor allem in Villen und Häusern gehobenen Standards verübt wurden. Vorerst kann man dem Verdächtigen in Österreich nur eine einzige Tat 100-prozentig nachweisen. „Und solche Leute geben nichts zu, das man ihnen nicht wirklich beweisen kann.

Allerdings wurden in den Wiener Gemeindebezirken 16, 19 und 20 in verschiedenen „Bunkerwohnungen“ zahlreiches Diebsgut sowie hoch professionelles Einbruchswerkzeug wie Spezialbohrer, Glasschneider, speziell gefertigte Entriegelungswerkzeuge sowie Saugknöpfe sichergestellt. Bei der „Fensterbohrmethode“ wird übrigens ein Loch in den Rahmen gemacht. Danach kann das Fenster geräuschlos geöffnet werden.

Für die Polizei geht die eigentliche Arbeit jetzt erst so richtig los: Der wegen Urkundenfälschung vorläufig festgenommene Bosnier ist nämlich mit zahlreichen Spitz- und Aliasnamen unterwegs gewesen, weshalb man sich durch die Veröffentlichung seines Fotos zahlreiche Hinweise auf den Umgang des Mannes erhofft. So weiß man bisher noch nicht einmal genau, ob die nun angegebene Identität überhaupt stimmt. Auch eine sichergestellte Münzsammlung könnte wertvolle Informationen bringen. „Numismatiker sind sehr gut untereinander vernetzt und wissen zumeist recht gut, woher die Stücke stammen“, so Joszt.

Innenminister Günter Platter (V) dankte den erfolgreichen Ermittlern und hob insbesondere die internationale Zusammenarbeit hervor: “Österreich und Deutschland waren Vorreiter bei der Gestaltung des Prümer-Vertrages, dadurch ist es unserer Polizei jetzt auch schon möglich, innerhalb kürzester Zeit durch raschen internationalen Datenabgleich kriminalpolizeiliche Erfolge zu erzielen.“

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