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Professoren fordern "neutrales" Semester während Corona-Krise

Die Uni-Professoren fordern das Corona-Krise-Semester als "neutrales" Semester zu werten.
Die Uni-Professoren fordern das Corona-Krise-Semester als "neutrales" Semester zu werten. ©APA (Sujet)
In einer Petition an Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP), die Nationalratsparteien und die Unirektoren fordern rund 100 Professoren ein "neutrales" Semester für alle Studenten und die Lehrenden. Damit würde das Semester nicht auf die Studiendauer angerechnet, Regeln für die Prüfungsaktivität nicht gelten, Beihilfen weiterlaufen und mögliche Studiengebühren nicht erhoben.

"Damit soll zumindest ein Teil der negativen Folgen der vernünftigen Sperre von Hochschulen und Schulen abgefangen bzw. etwas ausgeglichen werden", heißt es in der Petition. Studenten hätten große Probleme wie unsicher gewordene Erwerbsarbeit, erhöhte Sorge-Verpflichtungen etwa durch die Schließung der Kindergärten und Schulen oder den Wegfall der Kinderbetreuung durch Eltern und Großeltern, unzureichende technische Ausrüstung für Online-Learning und Bibliothekszugänge etc.

Corona-Krise: Auch für Uni-Lehrende eine Herausforderung

Gleiches gelte für viele Lehrende - insbesondere für Personen mit Lehraufträgen, nur befristeten Verträgen und für in Teilzeit beschäftigte Forscher. "Von ihnen wird in der Zeit der Umstellung ein besonderes Engagement verlangt, ohne dass hierfür irgendeine Form von Sicherheit geboten würde." Darüber hinaus seien viele von ihnen zusätzlich zu ihren Tätigkeiten an den Hochschulen freiberuflich oder in außeruniversitären Projekten tätig, die durch die aktuelle Krise wegbrechen.

Gleichzeitig solle aber die Lehre so weit wie möglich weiterlaufen, damit Studenten in ihrem Studium weiterkommen können. Auch die Möglichkeit, Prüfungen zu machen, soll es weiter geben - Lösungen dafür müssten gesucht werden.

Präsenz-Termine für Studenten im Sommer keine generelle Lösung

Keine generelle Lösung ist es aus Sicht der Professoren aber, Präsenz-Lehre in den Sommer zu verschieben. Das soll zwar auf freiwilliger Basis möglich sein - viele Studierende wie auch Lehrende benötigten die Sommermonate aber für Erwerbsarbeit bzw. für Forschung und Publikationen.

Koordiniert wird die Petition vom Politikwissenschafter Ulrich Brand (Uni Wien). Unterzeichnet wurde sie unter anderem von den Soziologen Ulrich Bacher (Uni Linz) und Jörg Flecker (Uni Wien), der Psychologin Judith Glück (Uni Klagenfurt), dem Ökologen Gerhard Herndl, der Politikwissenschafterin Barbara Prainsack oder dem Historiker Oliver Rathkolb (alle Uni Wien).

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(APA/Red.)

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