Prodi stellt belastendes Akten ins Internet

EU-Kommissionspräsident Prodi hat im Internet eine Reihe heikler Dokumente veröffentlicht, um sich gegen die Attacken von Silvio Berlusconi zu verteidigen.

Berlusconi hatte vor zehn Tagen bei seiner Aussage vor einem Mailänder Richter Anspielungen auf eine mögliche Verwicklung des EU-Kommissionspräsidenten im Korruptionsfall rund um den Verkauf des staatlichen Lebensmittelriesen SME im Jahr 1985 gemacht. Berlusconi wird in dem Mailänder Prozess Richterbestechung vorgeworfen. Prodi hatte Berlusconis Vorwürfe zurückgewiesen und betont, beim SME-Verkauf nach den Regeln und den vorgeschriebenen Prozeduren gehandelt zu haben.

Um sich vor Berlusconis Attacken zu verteidigen, veröffentlichte Prodi auf der offiziellen Web-Seite der Europäischen Union Dokumente über seine Vorgehensweise beim Verkauf des Lebensmittelkonzerns. Nach Angaben der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ (Freitagsausgabe) habe Prodi den Beschluss der Veröffentlichung des Dossiers auf der Internet-Seite der EU nach einer Unterredung mit den Kommissionsmitgliedern gefasst.

Prodi wolle mit Fakten beweisen, beim SME-Verkauf korrekt gehandelt zu haben, berichtete die Tageszeitung. „Beim SME-Verkauf habe ich nach den Regeln und den vorgeschriebenen Prozeduren gehandelt. Ich habe ausschließlich das Interesse des italienischen Staates im Auge gehabt“, betonte Prodi nach Berlusconis Aussage vor Gericht.

Berlusconi hatte Prodi, den damaligen Chef der staatlichen Holding IRI, beschuldigt, den Verkauf von SME an den Unternehmer Carlo De Benedetti „laienhaft“ durchgeführt zu haben. Berlusconi hatte behauptet, der Verkaufspreis sei viel zu niedrig angesetzt worden und hätte damit den Interessen Italiens geschadet.

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