Private Vorsorge: Mehr Unterstützung gefordert

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Mehr Unterstützung für die private Vorsorge fordern die Anbieter - Versicherungen, Pensionskassen, Vorsorgekassen, und Fondsgesellschaften. Die Palette reicht dabei von einer garantiefreien Variante der Zukunftsvorsorge sowie deren Öffnung für die Pflege über die steuerliche Absetzbarkeit von Arbeitnehmer-Pensionskassenbeiträgen bis zu einer längeren Liegedauer bei der Mitarbeitervorsorge.

An die Politik richtet sich ein gemeinsames Forderungspaket für die zweite (betriebliche) und dritte (private) Altersvorsorge. Im Parlament fand dazu heute eine Enquete “Pensionssystem 2.0” statt.

Bei der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge soll künftig auch eine Variante ohne Kapitalgarantie möglich sein, so Heinz Bednar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) vor Journalisten. Bei der Zukunftsvorsorge sei schon vieles verbessert worden, es gebe allerdings noch ein relativ starres Veranlagungsschema und damit auch Einschränkungen für mögliche Erträge.

Die Vorsorgekassen seien neben dem staatlichen System das einzige Obligatorium zur Altersvorsorge, betonte Andreas Csurda, Vorstandsvorsitzender der Plattform der Betrieblichen Vorsorgekassen. Verlängert werden müsste allerdings der Zeitraum, in der das Geld nicht entnommen werden darf. Derzeit kann man nach drei Jahren das Geld aus der so genannten “Abfertigung neu” wieder herausnehmen. Csurda sprach sich heute für eine Verlängerung dieser Liegedauer auf zehn Jahre aus, eigentlich sollte es aber bis zum Pensionsantritt sein.

Aktuell gibt es rund 3 Millionen Anspruchsberechtigte. Die durchschnittliche Entnahmesumme liege bei knapp 900 Euro pro Person, an der durchschnittlichen Liegedauer von 36 Monaten habe sich wenig geändert, es seien in den letzten Jahren nur ein paar Monate mehr geworden. Je kürzer die Liegedauer, umso kostenintensiver sei die Garantie. Zudem würden die Kosten der Kapitalgarantie in der aktuellen Zinslandschaft zunehmen.

Die Zukunftsvorsorge sollte auch für eine private Pflegevorsorge geöffnet werden, so Manfred Rapf, Vorsitzender der Sektion Lebensversicherung im österreichischen Versicherungsverband. 22 Prozent der Über-65-Jährigen würden in Österreich monetäre institutionelle Pflegeleistungen beanspruchen. Die durchschnittlichen Kosten einer Pflegestunde lägen bei 40 Euro, jene eines Pflegeheimaufenthalts bei 4.000 Euro im Monat. Dem stehe eine durchschnittliche Alterspension von 900 Euro bei Frauen und rund 1.500 Euro bei Männern gegenüber. Eine ergänzende Vorsorge sei daher dringend notwendig, so Rapf. Im Rahmen der Zukunftsvorsorge könnte man daher auch eine freiwillige Pflegevorsorge fördern. Je früher man beginne, desto besser.

Die Pensionskassen fordern die Möglichkeit, dass Arbeitnehmerbeiträge als Werbungskosten absetzbar sind. Die Besteuerung würde dann bei der Auszahlung der Pension erfolgen. Eine jährliche Obergrenze sollte sich an der Höchstbeitragsgrundlage der Sozialversicherung orientieren, durchaus auch mit Einschleifregelungen, so Karl Timmel, Vorstandsvorsitzender der VBV-Pensionskasse. Eingebunden werden müssten auch Selbstständige. Aktuell zahlten rund 15 Prozent der Berechtigten zusätzlich zum Arbeitgeber Beiträge in die Pensionskasse ein.

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