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Prisoners - Trailer und Kritik zum Film

Wie weit darf man gehen, um entführte Kinder zu retten? Zu welchen, auch illegalen Schritten sind liebende Eltern bereit? Alle Spielzeiten auf einen Blick

Diesen unangenehmen Fragen stellt sich der Thriller “Prisoners”, der in den USA bereits einen tollen Start hingelegt hat. Nun kommt das Drama über zwei gekidnappte Mädchen am Freitag auch bei uns ins Kino. Regie führte der in Europa noch recht unbekannte Kanadier Denis Villeneuve; mit Jake Gyllenhaal (“Brokeback Mountain”) und Hugh Jackman (“Wolverine: Weg des Kriegers”) ist das Entführungsdrama dafür umso prominenter besetzt.

Prisoners: Die Geschichte

Ausgerechnet an Thanksgiving: Eben noch saßen die benachbarten Familien Dover und Birch munter beieinander, da kehrt Panik ein, als die beiden Jüngsten nach einem Spaziergang wie vom Erdboden verschluckt sind – Anna, Tochter von Keller Dover (Jackman) und seiner Frau Grace, sowie Joy, Tochter von Franklin und Nancy Birch. Schnell zwar ist ein Verdächtiger ausgemacht, der geistig zurückgebliebene Alex (ein Angst machender, großartig spielender Paul Dano, “There Will Be Blood”) – die Polizei unter der Ägide von Detective Loki (Gyllenhaal) aber muss den Sonderling mit den erschreckend großen Brillengläsern bald wieder freilassen, da sie ihm nichts nachweisen kann.

Keller Dover, ein Mann der Tat, wie ihn vor allem das US-Kino liebt, nimmt die Sache daraufhin in die eigene Hand: Selbst vor der Entführung des vermeintlichen Täters schreckt der völlig verzweifelte, wutentbrannte Familienvater nicht zurück.

Prisoners: Die Kritik

Sowohl Jackmans als auch Gyllenhaals Spiel in diesem nervenaufreibenden Thriller sind von großer Intensität. Jackman zwar übertreibt es bisweilen mit der Aggressivität, mit der er den hemdsärmeligen Handwerker Dover ausstattet, zum Overacting aber neigt der Australier nur in wenigen Momenten. Noch faszinierender ist die Performance von Gyllenhaal, der seine Mimik hier sehr gekonnt zwischen unglaublicher Coolness und angespannter Nervosität changieren lässt. Wenn Gyllenhaal zu Beginn des Films allein in einem asiatischen Restaurant sitzt, blass und übel gelaunt, am Hals eine markante Tätowierung, dann wirkt er ähnlich unheimlich wie der Hauptverdächtige Alex. Die sparsame und doch so viel sagende Art, mit der Gyllenhaal Alex später bei dessen Entlassung aus dem Gefängnis zulächelt, zeugt von großer darstellerischer Intelligenz.

Nicht nur, dass Gyllenhaals und Jackmans Figuren die eigentlichen Antagonisten und Protagonisten des Films darstellen, es fällt den weiblichen Mimen auch sichtlich schwer, gegen die Präsenz der beiden Männer anzuspielen. Melissa Leo gelingt das am besten, sie gibt die Tante von Alex und agiert dabei ähnlich Angst einflößend wie Paul Dano selbst. Die wunderbare Maria Bello bleibt leider blass im direkten Vergleich, genauso wie Viola Davis, die hier die Mutter des zweiten entführten Mädchens verkörpert. Was freilich auch an den nur passiven Rollen liegt, die Drehbuchautor Aaron Guzikowski und Regisseur Villeneuve den Frauen des Films zugestehen.

Villeneuves Film gehört dennoch zu den stärksten Thrillern dieser Saison. Sein “Prisoners” ist nichts für schwache Nerven: spannend bis zur letzten Sekunde, auch wenn einige Wendungen erahnbar sind, mit unheilvollen Bildern, die dank Roger Deakins’ (“James Bond 007: Skyfall”) famoser Kamera immer wieder auch an Horrorfilme denken lassen; dazu Darsteller, deren geheimnisvolle Präsenz auch lange nach Verlassen des Kinos noch beeindruckt.

In seiner Düsternis und auch von der inszenatorischen Finesse her erinnert “Prisoners” zudem an ähnlich gelagerte Thriller des großen David Fincher, “Zodiac” (2007) etwa. Denis Villeneuve, Jahrgang 1967, empfiehlt sich mit “Prisoners” nun als virtuoser Thriller-Regisseur. Und es verwundert kaum, dass sich auch sein nächster Film dieses Genres bedient: “Enemy” mit Melanie Laurent sowie erneut Jake Gyllenhaal.

(APA)

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