Prügelvorwürfe gegen kirchliches Rehabilitationszentrum in Serbien

In dem von einem serbisch-orthodoxen Mönch geführten Rehabilitationszentrum in der Ortschaft Crna Reka bei Novi Pazar in Südwestserbien sollen Rauschgiftsüchtige nämlich mit schwerem Prügel “behandelt” worden sein.

Die Vorfälle wurden publik, als die Zeitschrift “Vreme” am Donnerstag offenbar geheim aufgenommene Fotografien veröffentliche, auf denen ein Patient vom Personal mit einem Spaten verprügelt wird. Zum Schluss erhält er noch ein paar Tritte gegen den Kopf. Eine “feste Hand” sei unerlässlich, meinte Zentrumsleiter Branislav Peranovic, eigentlich studierter Agronom, daraufhin gegenüber dem Sender B-92. Er gab “sporadischen” Gewalteinsatz im Rehabilitationszentrum zu. Auch würden Patienten im Voraus darauf aufmerksam gemacht, dass Verstöße gegen die Regeln nicht geduldet würden. Die Kosten der sechsmonatigen Behandlung belaufen sich auf 350 Euro monatlich.

Unterdessen stellte es sich heraus, dass das mit Segen von Wladika Artemije, dem Bischof von Prizren und Raska, wirkende Rehabilitationszentrum gar keine Genehmigung der offiziellen Behörden für seine Tätigkeit besitzt. Der “Vreme”-Reporter, der das Zentrum besuchte, hat es als ein “Mini-Guantanamo” beschrieben. Eine Vielzahl von Wachhunden soll demnach eine Flucht der Patienten verhindern. Als Pflegepersonal wurden ehemalige Rauschgiftsüchtige eingesetzt.

Eingeschaltet hat sich auch der Ombudsmann für Menschenrechte in Serbien, Sasa Jankovic, der in der vergangenen Nacht eine Strafanzeige gegen den Leiter des Rehabilitationszentrums ankündigte.

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