Präsidentschaftswahlen in Kroatien

Bei der vierten Präsidentschaftswahl in Kroatien seit der Gründung der Republik im Jahr 1991 zeichnete sich am Sonntag eine niedrige Beteiligung ab.

Nach Informationen der staatlichen Wahlkommission gaben bis 16.00 Uhr 41,92 Prozent der Bürger ihre Stimme ab. Im Jahr 2000 lag die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt bei 55,18 Prozent.

Laut Berichten der Nachrichtenagentur Hina war die Wahlbeteiligung auch im Ausland niedrig, etwa in Bosnien-Herzegowina. In der nordbosnischen Stadt Bihac gaben bis 14:30 Uhr nur 620 von insgesamt 8.600 registrierten Wählern ihre Stimmen ab. Etwas größer war das Interesse in der Herzegowina, wo die Kroaten die Mehrheit stellen: Bis 16.30 Uhr ging fast ein Drittel der Wähler abstimmen.

In Österreich machten laut Angaben des Konsulats in Wien bis etwa 13.00 Uhr weniger als 600 kroatische Staatsbürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Sieben Wahllokale – in Wien, Graz, Linz, Innsbruck, Salzburg, Klagenfurt und Feldkirch – hatten geöffnet.

In Kroatien legte der Geschäftsmann Boris Miksic als einziger Kandidat eine Berufung bei der Wahlkommission ein: Er ist unzufrieden, weil es seinen Mitarbeitern nicht erlaubt war, die Auszählung der Stimmen zu beaufsichtigen. Dies wurde mit dem Umstand begründet, dass er ein unabhängiger Kandidat ist. Nur Parteien und NGOs dürfen die Zählung beaufsichtigen.

Sonst registrierte die staatliche Kommission am Wahltag nur 30 Bürgeranfragen. Ein Vorfall wurde in Split registriert. Boris Dvornik, ein bekannter kroatischer Schauspieler, griff eine Wahlbeobachterin der NGO Gong an. Dvornik, der 1992 ein Mandat für die HDZ im kroatischen Parlament erobert hatte, war betrunken. Er schlug das Mädchen ins Gesicht und schrie: „Warum brauchen wir Mesic?“

Laut allen Umfragen ist der kroatische Präsident Stjepan (Stipe) Mesic Favorit. Die einzige offene Frage ist, ob er schon in der ersten Runde siegen wird, oder ob eine Stichwahl nötig ist. Seine Hauptkonkurrentin ist Jadranka Kosor, die Kandidatin der Regierungspartei HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft).

Die Wahllokale, die in Kroatien seit 7.00 Uhr geöffnet haben, schließen um 19.00 Uhr. Das erste Wahllokal in Neuseeland, wo 50 kroatische Bürger ihre Stimme abgaben, ist schon geschlossen. Die Wahlen werden am 3. Jänner um 3.00 Uhr kroatischer Zeit beendet – dann schließt das Wahllokal in Los Angeles.

Insgesamt sind 4,403.871 Personen wahlberechtigt, davon 400.226 im Ausland. Die staatliche Wahlkommission wird erste inoffizielle Teilergebnisse um Mitternacht veröffentlichen.

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