Präsidentenvilla kann nicht verkauft werden

Nach der Amtszeit von Thomas Klestil hätte die Amtsvilla des Bundespräsidenten auf der Hohen Warte verkauft werden sollen - die Erben der Vorbesitzer stellen jetzt jedoch Restitutionsansprüche.

Als Amtsvilla hat das Haus ausgedient. Die Burghauptmannschaft hätte es schon zum Verkauf anbieten sollen, wie ORF on berichtet. Doch nun haben die Erben der früheren Besitzer Restitutionsansprüche gestellt. Die Villa war ursprünglich in jüdischem Besitz und wurde 1938 enteignet.


Seit 1965 diente das Haus den österreichischen Bundespräsidenten als Amtsvilla. Als heuer im Zuge des Wahlkampfes bekannt geworden ist, dass beide Kandidaten auf die Amtsvilla verzichten wollen, haben die Erben der ursprünglichen Besitzer bei der Schiedsinstanz ihre Ansprüche geltend gemacht. Die Villa wurde nach dem Krieg an den nächsten Besitzer weit unter dem Marktwert verkauft.


Beer: “Wir wissen, dass der Vorbesitzer die Villa sehr günstig bekommen hat und mit eine großen Gewinnspanne an die Republik verkauft hat.”


Der Antrag auf Restitution wird nun geprüft. Derzeit gibt es die Empfehlung, die Villa nicht zu verkaufen. Mit dieser Entwicklung hat man in der Burghauptmannschaft nicht gerechnet. Beer: “Für mich ist es überraschend gewesen, weil ich glaube, dass die Forderung nicht zurecht besteht, aber wir müssen abwarten, was die Historiker zu dem Thema sagen.”


Wie auch immer die Entscheidung lauten wird, ein Bundespräsident wird mit Sicherheit nie mehr in der Villa wohnen. Sie wird also entweder restituiert oder verkauft und dann sogar abgerissen. In der Burghauptmannschaft hofft man, dass noch heuer eine Entscheidung der Schiedsinstanz über die Zukunft der Amtsvilla fällt.

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