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Polo-EM im Schlosspark Ebreichsdorf

©APA
Genau 100 Jahre nach der Gründung des ersten Reit- und Polo-Klubs in Wien geht vom Freitag bis 12. September erstmals eine Europameisterschaft in Österreich über die Bühne.

Polo, der rasante Ballsport zu Pferde, gilt als das “Spiel der Könige” – Adelige zählten auch in Österreich zu den Wegbereitern und sie sind es heute noch.

Das österreichische Polo-Team nimmt die 8. Polo-Europameisterschaft ab Freitag im Schlosspark Ebreichsdorf als krasser Außenseiter in Angriff. Diese Ballsportart zu Pferde hat zwar in Österreich eine hundertjährige Tradition, die Zahl der Aktiven ist im 20. Jahr des Bestehens der Austrian Polo Association mit knapp 40 Aktiven aber immer noch bescheiden. Das heimische Quartett wird aus Amateuren gebildet, die Gegner setzen hingegen auch Profis ein. England entsendet ein reines Damen-Team, das nicht nur am Samstag (15.30) gegen Österreich Favorit ist, sondern auch zu den Titelanwärtern zählt.

Konstantin Rhomberg und Gerhard Hermann waren schon 2008 in Deutschland dabei, als Österreich unter acht Teams um den letzten Platz nicht herumgekommen war. Nationalcoach Horacio Fernandez Llorente, ein Argentinier, hat für die Heim-EM zudem Robert Kofler und Walter Scherb nominiert. Letzterer soll die Rolle des Spielmachers einnehmen. Alle vier heimischen Spieler haben Handicap 1 (10 ist das Maximum).

Bei der EM muss das Gesamt-Handicap eines Teams zwischen vier und acht liegen. Damit ist das Antreten von Profis mit hohem Handicap limitiert, kleinere Länder haben etwas bessere Chancen. “Das hilft ein bisschen, aber wir sind trotzdem totale Außenseiter”, erklärte Rhomberg. Italien, am Freitag (13.30) erster Gegner der Gastgeber, hat zwei Profis im Kader. Mit dem englischen Team, das als Titelverteidiger den sechsten Titel anpeilt, kommt Nina Clarkin (Handicap 4), die als beste Spielerin der Welt gilt.

Die Damen seien wie im Springen und in der Dressur auch im harten Polo den Männer gleichzusetzen, sagt Rhomberg. Auch Deutschland hat eine weibliche Spielerin im Kader: Eva Brühl hat ihre Laufbahn mit einem Schnupperkurs in Ebreichsdorf begonnen. Bei Österreich war die in Argentinien lebende Annabelle Winterhalder (Handicap 2), deren Familie Maria Theresia als Ahnin hat, im erweiterten Aufgebot.

Die zwei österreichischen Clubs werden von Adeligen geführt – Richard Drasche-Wartinberg in Ebreichsdorf und Benedikt Traun in Rapottenstein – damit scheint das Image des exklusiven Polo-Sports bestätigt. Doch Konstantin Rhomberg, der selbst als Student mit einem angemieteten Pferd mit dem “Team-Kampfsport mit hohem Tempo und viel Taktik” begonnen hat, widerspricht. “Die Diskrepanz zwischen Image und der sportlichen Realität ist groß”, erklärte der Wiener Rechtsanwalt gegenüber der APA.

Polo habe in Österreich etwa jenen Status, wie ihn Golf vor rund 20 bis 30 Jahren gehabt habe, doch die Entwicklung schreite voran. Die EM soll da mithelfen, wünscht sich auch Verbandsgründer und -präsident Richard Drasche. “Polo soll nicht ein von einem Wall umgebener Exklusivsport sein”. Der Eintritt zu den Spielen im Schlosspark ist frei.

In England gibt es rund 4.000 Polospieler und eine gezielte Jugendförderung, in Frankreich mehr als 1.000 und 20 Vereine. Die EM in Österreich soll mithelfen, dass Mauern abgebaut werden, erklärte Richard Drasche vor den Titelkämpfen. Die Matches im Schlosspark Ebreichsdorf können bei freiem Eintritt besucht werden.

In dem weitläufigen Park südlich von Wien wurden zwei Polo-Spielfelder angelegt. Auf dem etwa 270 mal 170 Meter großen Geviert versuchen zwei Teams mit je vier Spielern, den kleinen Ball mittels Schläger (“Stick”), der nur in der rechten Hand gehalten werden darf, zwischen die ca. drei Meter hohen Torpfosten (Breite ca. 7,3 m) zu befördern. Die Spielzeit ist in Europa in vier Abschnitte (“Chukkas”) zu je sieben Minuten reine Spielzeit unterteilt (in Übersee werden bis zu neun Chukkas gespielt), nach jedem muss das Pferd getauscht werden. Damit kommen in einem Match insgesamt 32 Pferde zum Einsatz.

Die Burg Ebreichsdorf wurde bereits im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt, das Polospiel ist mindestens 2.500 Jahre alt. Historiker belegten, dass Polo in Persien schon um 700 bis 330 v. Chr. gespielt wurde. Im 16. Jahrhundert wurde es in Indien etabliert, um 1800 wurde es dort von Briten “entdeckt”. Ab 1870 wurde Polo in Argentinien, den USA und Australien gespielt. Heute ist dieser Sport, der von 1908 bis 1936 olympische Disziplin war, in 84 Ländern vertreten. 45 Verbände, darunter auch Österreich, sind Mitglieder des Weltverbandes (FIP/Federation of International Polo).

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