Polizist wegen fahrlässiger Tötung vor Kadi

Symbolfoto
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Prozess um tödlichen Polizeieinsatz in Wiener Innenstadt fortgesetzt - Beamter feuerte auf sichtlich verwirrten Mann - Urteil im Verfahren wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen möglich.

Im Wiener Landesgericht wird am Mittwoch die Verhandlung um einen tödlichen Polizeieinsatz in der Wiener Innenstadt fortgesetzt. Einem 32-jährigen Beamten wird fahrlässige Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen zur Last gelegt: Er hatte am 31. August 2002 in der Stubenbastei einen sichtlich verwirrten, bloßfüßigen Mann mit zwei Schüssen in den Bauch und die Schulter getötet, nachdem dieser eine Mineralwasserflasche auf dem Funkstreifenwagen zertrümmert hatte. Beim Prozessauftakt im vergangenen Juni sprach der Beschuldigte von einem „letzten Ausweg“.

Richterin Sonja Höpler hat zur heutigen Verhandlung einen Polizeitaktiker und einen Arzt geladen, der sich zufällig am Tatort befunden und dem angeschossenen 29-Jährigen Erste Hilfe geleistet hatte. Dieser starb allerdings noch am Ort des Geschehens. Der zweite Zeuge wurde vom Verteidiger zum Beweis dafür beantragt, dass sich sein Mandant „völlig ausbildungskonform“ verhalten habe. Sollte das Verfahren wie geplant zu Ende gehen, drohen dem Beamten im Fall eines Schuldspruchs bis zu drei Jahre Haft.

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