Polizist angeschossen: Neun statt sieben Jahre

Symbolfoto
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Jener Einbrecher, der am 15. April 2003 in Wien-Donaustadt einen 36-jährigen Polizisten niedergeschossen hat, muss neun statt sieben Jahre ins Gefängnis - Oberlandesgericht erhöhte aus generalppräventiven Gründen die Strafe.

Das Wiener Oberlandesgericht (OLG) hat vor wenigen Tagen aus generalpräventiven Gründen die Freiheitsstrafe um zwei Jahre erhöht, wie heute, Montag, auf APA-Anfrage im Justizpalast bestätigt wurde. Gegen den Schuldspruch wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung ist kein ordentliches Rechtsmittel mehr möglich.

Der 27-jährige Dejan R. war dem Beamten ins Auge gefallen. Er glaubte bemerkt zu haben, dass dieser mit einem Komplizen eine Wohnhausanlage nach Einbruchsmöglichkeiten auskundschaftete. Der eigentlich nicht im Dienst befindliche Drogenfahnder forderte Verstärkung an und beschloss, die Verdächtigen zu kontrollieren.

Mann schoß mit Dienstwaffe um sich

Daraus entwickelte sich eine brenzlige Amtshandlung: Dem mutmaßlichen Einbrecher gelang es, die Dienstwaffe eines herbeigeeilten Beamten zu ergreifen und mehrere Schüsse auf die Polizisten abzugeben. Der Drogenfahnder wurde knapp oberhalb des Knies im Oberschenkel getroffen. Seither ist seine Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, Lähmungserscheinungen machen ihm zu schaffen. Einem zweiten Gesetzeshüter schoss Dejan R. die Kuppe des linken Mittelfingers weg.

Dem Täter werden Verbindungen zur berüchtigten Zemun-Bande nachgesagt. Diese mafiöse Gruppe soll unter anderem für die Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic verantwortlich sein. In einem anderen Fall war Dejan R. 1999 in Belgrad wegen versuchten Mordes zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

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