Polizei räumt besetztes Büro an Uni Wien

Polizei trägt Studenten weg
Polizei trägt Studenten weg ©Flora Eder
An der Universität Wien ist es am Mittwoch Nachmittag zur ersten polizeilichen Räumung eines besetzten Raums gekommen. Polizisten trugen rund 15 Personen aus einem Büro, in das nach Angaben der Uni-Leitung in der Nacht eingebrochen worden war.
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“Es war kein Ziel der Uni Wien, in diese Situation zu kommen”, so die Sprecherin weiter. “Es ist aber auch an der Uni Wien an 365 Tagen im Jahr verboten einzubrechen”. Die Besetzer der Büroräumlichkeiten hatten zuvor geltend gemacht, dass ihnen diese im Austausch gegen die Freigabe des Audimax vom Rektorat zugesichert worden waren. Außerdem seien sie unversperrt gewesen.

Zuletzt waren rund 25 Personen in den besetzten Räumlichkeiten. Rund zehn verließen sie nach einer Aufforderung durch die Polizei, ca. 15 wurden hinausgetragen.

Eine “Verhärtung der Fronten” zwischen Rektorat und Besetzern des Audimax ortete danach die Vorsitzende der Hochschülerschaft der Uni Wien, Flora Eder (Grüne und Alternative StudentInnen/GRAS). “Wenn man konstruktiv zusammenarbeiten will, ist es jetzt ein schlechter Zeitpunkt zum Räumenlassen”, so Eder. Die Reaktion des Rektorats sei “absolut nicht angemessen” gewesen.

Auf Nachfrage räumte Eder ein, dass natürlich auch die Besetzer, die aus dem Audimax-Plenum stammen, “undiplomatisch” vorgegangen seien. “Es war nicht unbedingt klug, das heute zu besetzen.” Man dürfe aber nicht vergessen, dass das betreffende Büro vom Rektorat als Ersatzräumlichkeit für eine Freigabe des Audimax angeboten worden wäre und ohnehin leergestanden sei. Das Maßnahmenpaket des Rektorats sei auch “kein Kompromiss”, sondern ein “Diktat”.

Der Uni-Leitung warf Eder vor, nicht alle Möglichkeiten für Verhandlungen ausgeschöpft zu haben und “unkoordiniert” vorgegangen zu sein. Hätte man etwa angeboten, auf Anzeigen zu verzichten, hätte die Besetzung eventuell eine andere Richtung genommen. Laut einem der Besetzer war die Aktion “Ausdruck unserer Abwehrhaltung gegen Verhandlungen mit dem Rektorat”. Diese seien eine “Farce”, mit der der Rektor versuche, “die breite Basis zu spalten”, hieß es.

Auf die Frage, ob die Mehrheit des Audimax-Plenums hinter der Aktion stehe, meinte er: “Das ist nicht relevant. Wir sind Betroffene dieser Politik, und wir wehren uns dagegen.” Dafür brauche es keinen Plenumsbeschluss. Trotzdem glaube er, dass ein großer Teil der Besetzer hinter ihnen stehe.

Am Abend will das Audimax-Plenum Bedingungen für eine Freigabe des Hörsaals für Lehrveranstaltungen diskutieren.

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