Polizei erhält im Herbst "Schnelle Reaktionskräfte"

Die Schnellen reaktionskräfte sollen bei Gewaltverbrechen zum Einsatz kommen.
Die Schnellen reaktionskräfte sollen bei Gewaltverbrechen zum Einsatz kommen. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Die Polizei in Österreich soll im Herbst "Schnelle Reaktionskräfte" (SRK) erhalten. Die Einheit soll zwischen Streifendienst und Cobra für unmittelbare Gefahrenabwehr zur Verfügung stehen.

In den Bundesländern werden Schnelle Reaktionskräfte (SRK) der Polizei installiert - in Wien gibt es eine solche Einheit mit der WEGA schon seit Jahren. Die Umsetzung soll im Herbst erfolgen, Personalausstattung und Standorte seien noch nicht abschließend festgelegt, erfuhr die APA aus dem Innenministerium. Die SRK waren von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) u.a. als Reaktion auf den Terroranschlag in Wien am 2. November 2020 angekündigt worden.

SRK zwischen Streifendienst und Cobra

Es solle "eine Einsatzkomponente zwischen den Streifendienstkräften und dem EKO Cobra entstehen", erläuterte BMI-Sprecher Harald Sörös auf Anfrage. Dabei handle es sich nicht um eine neue Sondereinheit, sondern um Spezialkräfte, und die Struktur des Einsatzkommandos Cobra bleibe davon unberührt. Diese Sondereinheit der Polizei ist seit vielen Jahren für Einsätze mit erhöhtem bis sehr hohem Gefährdungsgrad zuständig. Nehammer hatte die Aufstellung der "schnellen Reaktionskräfte" vor wenigen Wochen angekündigt und die unmittelbare Gefahrenabwehr ins Treffen geführt, wenn es um besonders gewaltbereite Gruppen gehe, oder aber auch bei Demonstrationen. Den Bedarf habe man beim Wiener Anschlag oder bei den Ausschreitungen in Favoriten gesehen.

Die personelle Ausstattung sei derzeit Inhalt von Gesprächen zwischen dem Ressort und den Landespolizeidirektionen, sagte Sörös. Hier gebe es von Bundesland zu Bundesland - alleine aufgrund der Fläche, der Ballungszentren usw. - große regionale Unterschiede. "Generell sollen SRK aber an Hotspots bei Kontrollen, im Ordnungsdienst beziehungsweise bei besonderen Einsatzlagen herangezogen werden", führte der Sprecher aus. Zu Ausbildung und Ausrüstung gab es noch keine Angaben.

"Schnelle Einsatzkräfte" bei Gewaltverbrechen

Für Kärnten sollen laut internem Planungsstand etwa 45 Beamte als neue Spezialkräfte zum Einsatz kommen, berichtete die "Kleine Zeitung". Die SRK sollen demnach aus zwei Säulen bestehen: die Schnelle Interventionsgruppe (SIG) und die Mobile Unterstützungsgruppe (MUG). Als ziemlich sicher gelte, dass der Großteil des Personals für die SRK in dem Bundesland "von den insgesamt rund 2.300 Polizeibeamten in Kärnten gestellt werden muss. Zusätzliche Planstellen wird es, bis auf wenige Führungspositionen, keine geben".

Zum Einsatz kommen sollen die SRK, vor allem die Schnellen Interventionsgruppen, bei Straftaten mit Waffen, Gewalt in der Familie oder wenn Polizisten in Gefahr sind, also bei lebensbedrohlichen Szenarien, bei denen das Einsatzkommando Cobra noch nicht gerufen werden muss. Laut ersten Plänen könne es laut "Kleiner Zeitung" zwei SIG-Streifen mit je drei Mann geben, eine für Ober- und eine für Unterkärnten. Die Mobile Unterstützungsgruppe solle in erster Linie die Einsatzeinheit (EE) entlasten und bei Großveranstaltungen (in Kärnten etwa das GTI-Treffen, aber auch Fußballspiele usw.) oder Suchaktionen anrücken. Ähnlich wie bei den Einsatzeinheiten würden die Mitglieder der MUG auf ihren Inspektionen Dienst versehen und für Einsätze zusammengeholt werden.

(APA/Red)

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