Politische Watschen für Scheuchs "Tetschn"-Sager

Dann und wann "a klane Tetschn"
Dann und wann "a klane Tetschn"
Heftig am politischen Watschenbaum gerüttelt hat der Kärntner FPK-Obmann Uwe Scheuch am Dienstag mit seinem Pädagogik-Verständnis. Scheuch hatte im ORF Kärnten am Montagabend erklärt, es sei "sinnvoll und gut", wenn Pädagogen einem Schützling ab und an "a klane Tetschn" geben könnten.


SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Rudas nannte die Aussage “jenseitig”, BZÖ-Abg. Petzner forderte, Scheuch das Bildungsreferat zu entziehen, Kärntens Grüne verlangten seinen Rücktritt. Scheuch erklärte am Dienstag auf APA-Anfrage dazu: “Ich habe Erziehungsmaßnahmen gemeint, mit denen sich Lehrer wirkungsvoll gegenüber Schülern durchsetzen können.” Er sei keinesfalls für körperliche Gewalt, “es tut mir leid, wenn ich falsch verstanden wurde”.

Im ORF betonte Scheuch dann auch noch: “A Tetschn und a Watschen sind zwei ganz unterschiedliche Dinge.” Im österreichischen Wörterbuch findet sich allerdings zu beiden Begriffen das Synonym “Ohrfeige”.

Christian Oxonitsch, Bundesvorsitzender der Kinderfreunde, meinte: “Bei solchen Vorschlägen muss man sich fragen, ob Scheuch in dem gegen ihn laufenden Verfahren auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren will.” Die Aktion Kritischer Schüler erklärte, die Schule sei keine “Bluatwiesn”.

Auch vom Kärntner Koalitionspartner ÖVP kam Kritik. Parteiobmann Martinz erklärte, so “einfach wie peinlich” Scheuchs Vorschlag sei, so einfach gestrickt seien auch die Vorschläge des Bildungsreferenten zur Bildungsreform. Gleich den Rücktritt Scheuchs forderte der Landessprecher der Kärntner Grünen, Frank Frey: “Dieser Mann ist Kärntens Bildungs- und Jugendreferent. Ein Mensch, der seine grundlegende Einstellung zur Erziehung über Gewalt definiert, ist in dieser Funktion untragbar.” Er verlangte von Dörfler, “uns von einem Landesrat Scheuch zu erlösen”.

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