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Polen: Solidarnosc feiert 25 Jahre

Höhepunkt der Veranstaltungen zum 25. Jahrestag der polnischen Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc ist am Mittwoch eine feierliche Messe in Danzig. Dazu werden zahlreiche ausländische Staatsgäste erwartet.

U.a. der deutsche Bundespräsident Köhler. Der Gottesdienst wird geleitet von Stanislaw Dziwisz, dem neuen Erzbischof von Krakau und langjährigen Privatsekretär von Papst Johannes Paul II.

Die Gewerkschaftsbewegung hatte im August 1980 zunächst die Verbesserung konkreter Lebensbedingungen der Arbeiter in der Danziger Lenin-Werft zum Ziel. Mit Streiks wurde die Duldung einer ersten freien Gewerkschaft in einem kommunistischen Land errungen. Unter der Führung von Lech Walesa nahm die Solidarnosc den Machtkampf mit der von Moskau abhängigen Regierung auf.

Zur Niederwerfung der Protestbewegung verhängte Staatschef Jaruzelski am 13. Dezember 1981 das Kriegsrecht, sah sich aber 1989 zu Verhandlungen mit der Solidarnosc genötigt. Schritt für Schritt wurden daraufhin demokratische Reformen umgesetzt, die in die ganz Osteuropa erfassende Umbruchsbewegung mündeten.

Einer der Höhepunkte der Warschauer Solidarnosc-Konferenz war Dienstag Abend bereits das Festkonzert auf dem Theater-Platz im Zentrum der polnischen Hauptstadt. Zum 25. Jahrestag der polnischen Gewerkschaftsbewegung sangen dort diejenigen Bands, deren Lieder in den 80er-Jahren die „Solidarnosc“-Bewegung begleitet hatten. In der Menschenmenge auf dem Platz wehten große Fahnen – weißrussische Fahnen.

Die weiß-rot-weißen Flaggen, die vom Regime des weißrussischen Präsidenten Aleksander Lukaschenko verboten wurden, waren als Zeichen der Solidarität mit dem Nachbarland gedacht. Neben den polnischen Musikern traten auch die ukrainische Band „Greenjolly“, deren Lied „Razom nas bahato“ („Zusammen sind wir viele“) die orange Revolution in der Ukraine geprägt hat, sowie die weißrussische Rock-Gruppe N.R.M. auf. Beide Bands bekamen sehr großen Applaus.

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