Polen nach 0:1 gegen Kroatien out

Kroatiens Fußball-Nationalmannschaft geht bei der EURO 2008 mit einer Weißen Weste in das Viertel­finale gegen die Türkei. Bilder  | Meinungen

Auch mit einer “B-Auswahl” war die Mannschaft von Trainer Slaven Bilic am Montagabend Polen klar überlegen und setzte sich durch einen Treffer von Ivan Klasnic (53.) im Klagenfurter Wörthersee-Stadion 1:0 (0:0) durch. Die “Vatreni” (Feurigen) beendeten die Gruppe B damit mit dem Punktemaximum von neun Zählern vor Deutschland (sechs Zähler) als Sieger.

Vor 30.461 Zuschauern sorgte Klasnic nach Pass von Pranjic kurz nach dem Seitenwechsel für den völlig verdienten Goldtreffer. Die polnische Mannschaft, die sich vor der Partie noch Chancen auf die Runde der besten acht Teams ausrechnen durfte, war den keineswegs mit angezogener Handbremse agierenden Kroaten in keiner Phase des Spiels überlegen. Mit der Beenhakker-Mannschaft verabschiedete sich damit auch der zweite EM-Debütant neben Österreich ohne Sieg von der EM-Endrunde 2008.

Kroatiens Teamchef Bilic veränderte seine Elf gegenüber dem 2:1-Erfolg gegen Deutschland wie angekündigt gleich auf neun Positionen, einzig Pranjic und Rakitic standen in der Startformation. Für eine Überraschung sorgte hingegen sein Gegenüber Leo Beenhakker, der mit dem formschwachen Torjäger Smolarek und dem vermeintlichen Kapitän und Österreich-Legionär Bak zwei Stammspieler auf die Bank setzte.

Die mit Solo-Spitze Saganowski vor einem breiten Mittelfeld eingelaufenen Polen machten von Beginn weg nicht den Eindruck, mit zwei Toren gewinnen zu müssen. Dudka fand zwar nach einer Krzynowek-Ecke per Kopf die erste Möglichkeit vor (11.), danach sorgten jedoch nur noch die kombinationsstarken Kroaten für Torgefahr. Vor allem über die linke Seite mit Pranjic und Rakitic erspielten sich die Balkan-Elf deutliche Vorteile, auch wenn sie ab der 26. Minute auf den angeschlagenen Verteidiger Knezevic verzichten mussten.

Pranjic (14./Heber vorbei), Vejic (20.) per Kopf nach einem Rakitic-Freistoß und Klasnic (32., 45.+2), der nach idealer Vorlage von Petric sowie nach starker Einzelleistung zweimal am erneut starken polnischen Schlussmann Boruc scheiterte, konnten die Torsperre aber nicht durchbrechen. Kroatien dominierte das Geschehen. Bis auf einen Verzweiflungsschuss von Lewandowski (28.) kam Polen erst in den letzten Minuten vor dem Pausenpfiff durch Standsituationen wieder in Tornähe.

Was Klasnic zunächst verabsäumt hatte, holte der Noch-Stürmer von Werder Bremen acht Minuten nach dem Seitenwechsel nach. Kroatien verlegte sich in Folge darauf, die Partie zu kontrollieren. Polen, wo Smolarek nach 55 Minuten ins Spiel kam, kam durch Roger Guerreiro (63.) und Saganowski (68.) zwar noch in Tornähe, der Ausgleich wäre an diesem Abend aber mehr als schmeichelhaft gewesen. Vom im Stadion verlautbarten Stand zwischen Österreich und Deutschland informiert, zeigte die “Kadra” auch nicht mehr den unbedingten Willen zur Offensive. Der eingewechselte Zahorski (88.) scheiterte zudem im Eins-gegen-Eins an Torhüter Runje.

Für Kroatiens Team geht es nun am Freitag in Wien gegen die Türkei, den Zweiten der Gruppe A, um den Einzug ins Semifinale. Für den WM-Dritten von 1998 wäre der Einzug in die Riege der Top-Vier der größte Erfolg bei einer Europameisterschaft.

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