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Plünderungen und erste Proteste

Nach der Rückkehr an die Macht von Staatschef Hugo Chavez hat es in Venezuela Plünderungen und neue Proteste gegen den linksnationalistischen Präsidenten gegeben.

Wie Medien berichteten, wurden am Sonntagabend (Ortszeit) in Caracas vor allem Schuh- und Elektrogeschäfte geplündert sowie Fensterscheiben von Banken zerstört. Die Ereignisse wurden als „Rache“ ärmerer Schichten an den Geschäftsbesitzern interpretiert, die sich in der vergangenen Woche einem Generalstreik gegen Chavez angeschlossen hatten.

Die Plünderungen konzentrierten sich den Angaben zufolge auf die ärmeren Wohngebiete im Westen der Hauptstadt. Dabei wurden auch Brände gelegt, die die Feuerwehr schnell unter Kontrolle bringen konnte. Nach unbestätigten Berichten gab es bei den Unruhen erneut Toten. Der staatliche Fernsehsender „Venezolana“ rief die Bevölkerung zur Ruhe auf.

Im wohlhabenderen Osten der Stadt gab es erste kleinere Gegenproteste gegen die Rückkehr von Chavez an die Macht. Rund 500 zumeist junge Menschen versammelten sich im Stadtteil Altamira, um den Rücktritt des als autoritär kritisierten Chavez zu fordern. Die Kundgebung blieb friedlich.

Ein Massenprotest von rund 500.000 Chavez-Gegnern war am Donnerstag von Chavez-Anhängern und Sicherheitskräften blutig unterdrückt worden. Es gab 15 Tote. Wenige Stunden später stürzte ein von den Oberbefehlshabern der Streitkräfte und Zivilisten gebildetes Bündnis den Präsidenten. Der Chef des Unternehmerverbandes Pedro Carmona wurde als Übergangspräsident eingesetzt. Doch bereits nach zwei Tagen setzten die Chavez-Anhänger mit massiven Protesten, bei denen 40 Menschen ums Leben kamen, sowie Chavez-treue Militärs mit Drohungen und der Besetzung des Regierungspalasts die Rückkehr des Ende 1998 mit großer Mehrheit gewählten Staatschefs durch.

Chavez sagte am Sonntag, die Gruppierung, die ihn gestürzt habe, habe in Venezuela eine „Tyrannei der Oligarchie“ errichten wollen. Er versprach allerdings, dass er seine Regierungsarbeit verbessern wolle. Es solle keine Hexenjagd gegen die Opposition geben, betonte Chavez erneut. Der dem Präsident nahe stehende Generalstaatsanwalt Isaias Rodriguez erklärte, er trete als Garant dafür auf, dass der in einer Kaserne in Haft sitzende Carmona ebenso wie die gesamte Opposition in Sicherheit sei.

Die USA hatten die venezolanische Führung am Sonntagabend aufgerufen, die Ordnung im Lande aufrechtzuerhalten und die Bedingungen für eine völlige Rückkehr zur Demokratie zu schaffen. Die nationale Sicherheitsberaterin der USA, Condoleezza Rice, forderte Chavez auf, als Konsequenz aus seinem vorübergehenden Sturz seine Politik zu korrigieren, „die sich, offen gesagt, seit geraumer Zeit in die falsche Richtung bewegt hat“.

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