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Plötzliche Abschiebung: AUGUSTIN-Verkäufer unter Druck

Am 31. August erscheint die neue Ausgabe.
Am 31. August erscheint die neue Ausgabe. ©Augustin
Jahrelange und zermürbende Asylverfahren machen den Wiener AUGUSTIN-Verkäufern das Leben schwer. Immer öfter werden die Verkäufer mit plötzlicher Abschiebung konfrontiert. In der kommenden Ausgabe wird über die tägliche Bedrohung berichtet.

Die Verkäufer der Wiener Straßenzeitung AUGUSTIN sind immer öfter mit einer plötzlichen Abschiebung konfrontiert. Am Mittwoch erscheint die neue Ausgabe des AUGUSTIN, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen wird.

Neue Ausgabe: Fabian N. unter Druck

Am 31. Juli erscheint die neue Ausgabe des AUGUSTIN. Unter anderem wird es dabei um Fabian N. gehen. Bis 2003 lebte er in Nigeria. Nach der Ermordung seiner Eltern und seiner Schwester floh der damals 23-Jährige nach Österreich. Hier stellte er seinen Asylantrag. Seit damals ist er beim AUGUSTIN beschäftigt. Seit 16 Jahren ist Fabian N. nun in Österreich und wartet nach wie vor auf ein rechtskräftiges Urteil.

Anny Knapp von der Asylkoordination gilt als ausgewiesene Expertin im Asylbereich. Sie weiß über die langwierigen Verfahren Bescheid. Der Statistik des Innenministeriums zufolge warten derzeit rund 30.000 Verfahren beim Bundesverwaltungsgerichtshof auf eine Entscheidung. Gerade nigerianische Asylwerber haben es schwer. 2018 wurden nur zwei Prozent aller Asylanträge von nigerianischen Staatsbürgern positiv entschieden. 1.070 erhielten wiederum einen negativen Bescheid.

Plötzliche Abschiebung: Aufruf zur Wachsamkeit

"Auch die Option eines humanitären Aufenthaltsrechts gibt es für viele der lange in Österreich lebenden Verkäufer_innen nicht, selbst wenn sie einen Großteil ihres (Erwachsenen-)Lebens hier verbracht haben und sozial eingebunden sind», so Andreas Hennefeld vom AUGUSTIN. «Natürlich sind wir bemüht, unsere Kolporteur_innen zu unterstützen, wo wir können. Erst unlängst haben wir die Deserteurs- & Flüchtlingsberatung um Mithilfe gebeten, da ein Verkäufer in Schubhaft genommen wurde. Noch konnte seine Freilassung nicht erwirkt werden." Hennefeld ruft zur Wachsamkeit auf. So sollen sich Menschen beim AUGUSTIN melden, wenn sie bemerken, dass ein Zeitungsverkäufer von der Polizei mitgenommen wird. "Oder wenn sie nach Jahren einfach von ihrem Standplatz verschwinden, dann können wir versuchen, rechtliche Hilfe zu organisieren", so Hennefeld.

(Red)

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