Plassnik: "Krone" für EU-Skepsis verantwortlich

Außenministerin Plassnik macht für die starke EU-Skepsis der Österreicher vor allem die "Kronen Zeitung" mitverantwortlich. Das sagte die Ressortchefin im ORF-Fernsehen.

Eine am Montag veröffentlichte Umfrage aus dem Frühjahr hatte zuvor ergeben, dass nur 28 Prozent der Österreicher der EU ein “positives Image” zuschrieben, was innenpolitisch für gehörigen Wirbel gesorgt hatte.

“Gerade im Erhebungszeitraum (der Eurobarometer-Umfrage) hat die Krone einiges dazu getan, um die EU-Stimmung nicht zu verbessern, sondern um ein schlechteres Meinungsbild entstehen zu lassen”, so Plassnik. Die SPÖ hat unterdessen angesichts des Ergebnisses der Umfrage “vertrauensbildende Maßnahmen” gefordert. Für die FPÖ offenbaren sich durch die Umfrage-Ergebnisse die eklatanten Versäumnisse der “Brüsseler Zentralstaatsarchitekten”, das BZÖ ortete einen “dringenden Handlungsbedarf”.

Auch die Vertretung der EU-Kommission in Österreich sieht angesichts der Ergebnisse der letzten Eurobarometer-Umfrage “allen Grund für sofortiges Handeln”, um ein besseres Verständnis für Europathemen zu erreichen. Es sei “Feuer am Dach”, die Politik müsse der Bevölkerung “sachlich fundierte Informationen geben”, sagte Karl Georg Doutlik, Leiter der Vertretung der EU-Kommission in Österreich. Die Studienautoren beklagten, dass die Ergebnisse in der öffentlichen Wahrnehmung auf nur diese eine Zahl der Bewertung des Images der EU reduziert worden seien. Außerdem müsse man die Zeit der Befragung beachten (März und April 2008). Damals sei die Debatte um eine Volksabstimmung des EU-Vertrages auf dem Höhepunkt gewesen.

Die Frage des Images ist laut Harald Pitter vom Gallup-Institut allerdings die einzige, bei welcher Österreich das Schlusslicht innerhalb der EU-Staaten bilde. In allen anderen Fragen liege Österreich an dritt- oder viertletzter Stelle. Auch bei der Frage, ob die EU-Mitgliedschaft eine gute Sache sei, liegt Österreich mit lediglich 36 Prozent Zustimmung an viertletzter Stelle.

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