Plagiatsvorwürfe gegen Mexiko-Präsident Enrique Peña Nieto

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto gerät wegen einer angeblichen Plagiatsaffäre unter Druck.
Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto gerät wegen einer angeblichen Plagiatsaffäre unter Druck. ©AFP Photo/Yuri Cortez
Laut einer Untersuchung soll die 1991 eingereichte Diplomarbeit der Rechtswissenschaften des umstrittenen mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto aus Plagiaten bestehen.

Mit Enrique Peña Nieto ist wieder ein prominenter Politiker internationalen Ranges ins Visier von Plagiatsjägern geraten. Der im Dezember 2012 als Nachfolger von Felipe Calderón in das Amt des mexikanischen Präsidenten gewählte Anwalt soll über ein Viertel seiner Diplomarbeit abgeschrieben haben.

Diese Informationen veröffentlichte die Peña-kritische Journalistin Carmen Aristegui Sonntagnacht (Ortszeit) und berief sich dabei auf eine umfangreiche Analyse der akademischen Abschlussarbeit des nunmehrigen Präsidenten.

Demnach habe Peña Nieto im Jahr 1991 bei mindestens 28,8 Prozent seiner Diplomarbeit der Rechtswissenschaften an der privaten Universidad Panamericana in Mexiko-Stadt abgeschrieben. Insgesamt bestand seine Arbeit mit dem Titel “El presidencialismo mexicano y Álvaro Obregón” (“Das mexikanische Präsidialsystem und Álvaro Obregón”) aus 200 Seiten. Mindestens 197 der 682 Absätze sollen plagiiert gewesen sein.

Peña-Nieto-Sprecher: “Stilistische Fehler”

In einer Reaktion auf die Vorwürfe erklärte Peña Nietos Sprecher Eduardo Sánchez, es handle sich bei den erwähnten Passagen lediglich um “stilistische Fehler”. Er wies darauf hin, dass der Präsident alle vor 25 Jahren gültigen Regeln bei der Einreichung seiner Diplomarbeit eingehalten habe und meinte: “Anscheinend sind stilistische Fehler, Zitate, die nicht in Anführungszeichen stehen und die Nichterwähnung von Autoren, die sehr wohl in der Bibliografie aufscheinen zweieinhalb Jahrzehnte später von journalistischem Interesse.”

Peña Nieto ist in Mexiko spätestens seit dem Verschwinden von 43 Studenten in der Stadt Iguala de la Independencia im Bundesstaat Guerrero im September 2014 äußerst umstritten. Es wird davon ausgegangen, dass diese – zumindest unter Mitwissen der Polizei – exekutiert wurden.

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