Pirates of the Caribbean: Salazars Rache - Trailer und Kritik zum Film

Wenn Johnny Depp dick Kajal aufgetragen hat, eine Flasche Rum fest in Händen hält und tänzelnd vor einer Horde Soldaten flieht, dann weiß man: Die "Pirates of the Caribbean" setzen wieder ihre Segel. Zum fünften Mal mimt der Hollywoodstar mittlerweile Captain Jack Sparrow, der sich diesesmal "Salazars Rache" stellen muss.

Es ist wie der jährliche Besuch im Vergnügungspark – und auf solch einer Attraktion basiert die “Fluch der Karibik”-Reihe ja bekanntermaßen. Man kennt die höchsten und schnellsten Fahrgeschäfte, freut sich auf den Grusel in der Geisterbahn und ist natürlich gespannt, ob vielleicht die eine oder andere Neuerung für Nervenkitzel sorgt. Es kann sich aber auch Ernüchterung einstellen: Den Looping hatte man spannender in Erinnerung, im Autodrom war man schon schneller unterwegs und eigentlich glitzern und glänzen doch nur die Oberflächen.

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache – Die Handlung

Wobei festzuhalten ist: Das Bemühen des Teams, mit “Salazars Rache” einen Neustart der Reihe hinzulegen und an die ursprüngliche Trilogie anzuknüpfen, ist mehr als offensichtlich. So begegnet man schon früh Orlando Bloom, der auf der Flying Dutchman verflucht sein Dasein fristet. Damit will sich sein Sohn Henry (Brenton Thwaites) aber nicht abfinden – und schon ist die Jagd auf den berüchtigten Dreizack des Poseidon, der sämtliche Flüche der Meere auslöschen kann, eröffnet. Für die weibliche (und auch wissenschaftliche) Note sorgt Carina Smyth (Kaya Scodelario), die sich wiederum dem Erbe ihres Vaters verpflichtet fühlt und dank eines Tagesbuchs über die nötigen Hinweise zum Fundort des Artefakts verfügt.

Und Jack? Der hat mal wieder alle Hände voll zu tun, gibt dem Begriff Bankraub eine neue, weil wortwörtliche Bedeutung und muss seine konsternierte Crew bei Laune halten. Wie es sich für ein zünftiges Seeabenteuer gehört, kreuzen sich alsbald die Wege der drei ungleichen Protagonisten, die sich auf die Suche nach dem Dreizack machen. Immerhin ist er auch für Jack die letzte Chance, hat er doch in tollpatschiger Art seinen alten Widersacher Salazar (Javier Bardem) von den Toten zurückgeholt. Auch Barbossa (Geoffrey Rush) und die englische Krone dürfen neuerlich ihr Scherflein dazu beitragen, dass es drunter und drüber geht, die Klingen gekreuzt und die Kanonen gefeuert werden.

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache – Die Kritik

Inszeniert vom Regieduo Joachim Roenning und Espen Sandberg (“Kon-Tiki”), braucht es einiges an Geduld, um sich auf dieses Seemannsgarn einzulassen. Zwar gelingt es dem Buch von Jeff Nathanson, durch einige Rückgriffe auf vergangene Tage tatsächlich Neues aufs Tapet zu bringen und manche – wenngleich nicht gestellte – Fragen zu Jack zu beantworten. Dabei bleibt es aber auch. Ansonsten dominiert das Tempo, reiht sich eine Actionsequenz an die nächste und wird für das Vorankommen der Handlung gerne auf kleine Impulse mit großer Wirkung gesetzt.

Darstellerisch kann allen voran Bardem als neuer Bösewicht mit Furcht einflößendem Make-up punkten. Ihm nimmt man seine Rachegelüste in jeder Sekunde ab. Da hat Depp schon merklich mehr zu kämpfen, um den Antrieb seiner Figur glaubhaft zu vermitteln. Zugegeben: Sein Spiel als Jack Sparrow hat mittlerweile ikonischen Charakter und ist schon nach wenigen Bewegungen wieder aufs Neue etabliert. Allerdings wird er dadurch immer mehr zu einer Parodie seiner selbst, und das färbt leider auf das Gesamtergebnis ab. Dass man Ex-Beatle Paul McCartney zudem als zerzausten Onkel von Jack lediglich für eine kurze, allzu skurrile Gefängnisszene nutzt, unterstreicht den Klamaukcharakter.

Am Ende bleiben etwas mehr als zwei Stunden Kinobombast, der auf feine Zwischentöne pfeift und mit Pauken und Trompeten Richtung Untergang segelt. Mehr als 3,7 Mrd. Dollar hat die Piratensaga bisher an den Kinokassen eingespült, und es werden sicherlich noch etliche Millionen hinzukommen. Die “Pirates of the Caribbean” sind nur schwer totzukriegen, wie man weiß. Aber langsam würde man sich doch wünschen, dass der alte Dampfer nicht mehr in See stechen muss. “Salazars Rache” wäre immerhin ein würdiger Abschluss, der offene Bande verknüpft und den Schaden in Grenzen hält.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Pirates of the Caribbean: Salazars Rache”

(APA)

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