Piraten entführten Frachter vor somalischer Küste

Ein Frachter unter der Flagge von Singapur ist vor der Küste Somalias entführt worden. Die "Golden Blessing" befand sich mit 19 chinesischen Matrosen an Bord auf dem Weg von Saudi-Arabien nach Indien. Ein Helikopter der deutschen Marine überflog das Frachtschiff im Golf von Aden und bestätigte die Entführung. Eingegriffen wurde aber nicht.

Die chinesische Seerettungsstelle erklärte, eine Rettungsaktion sei angelaufen, ohne aber Details zu nennen. Nach Angaben der EU-Anti-Piraten-Mission “Atalanta” wurde das Schiff gut hundert Kilometer vor der Küste Somalias überfallen. Nach einem Notruf der “Golden Blessing” sei von der im Golf von Aden patrouillierenden deutschen Fregatte “Schleswig-Holstein” ein Helikopter gestartet. Er habe das Schiff überflogen und Piraten an Bord ausgemacht. Die Piraten steuerten die “Golden Blessing” den Angaben zufolge Richtung somalische Küste. Angaben über Verletzte gab es zunächst nicht.

Schwerbewaffnete Piraten in Schnellbooten setzen dem internationalen Schiffsverkehr am Horn von Afrika heftig zu. Wochenlange Entführungen und hohe Lösegelder sind keine Seltenheit. Im Jahr 2009 wurden mit 68 Entführungen bei insgesamt mehr als 200 Angriffen die bisher meisten Attacken gezählt. Dabei sollen insgesamt Lösegelder in Höhe von mehr als 50 Millionen Dollar (40,7 Mio. Euro) geflossen sein.

Ein chinesischer Frachter, der im Oktober 2009 entführt wurde, kam erst Ende Dezember gegen 3,5 Millionen Dollar (2,85 Mio. Euro) frei. China beteiligt sich seit Ende 2008 am internationalen Kampf gegen die Piraten.

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