„Pimp my message“ – oder eine Rede erfolgreich aufpeppen

Gastkommentar von Petra Falk: Gut durchdachte und gut gehaltene Reden können fesseln, entfesseln, begeistern, bestürzen, etc… Je nach dem, welchen Zweck die Rede erfüllen soll. Kürzlich habe ich mit einem Kunden an einer Rede gebastelt und er kam zunächst mit einer Rohform zu mir.

Die Rede begann mit: „Sehr geehrte Damen und Herren! Ich darf Sie kurz um Ihre Aufmerksamkeit bitten. Zunächst darf ich Sie herzlich zum heutigen Abend begrüßen und ein paar einleitende Worte sprechen…….“

Glauben Sie mir, wenn Sie so mit einer Rede beginnen, wirken Sie nicht nur wie Schnee von gestern, sondern sorgen dafür, dass Ihnen schon zu Beginn niemand mehr richtig zuhört. Doch worauf sollte bei einer Rede geachtet werden?

Hier ein paar nützliche Tipps für Sie:

  1. Halten Sie Ihre Rede nicht komplett aus dem Stehgreif, lernen Sie sie aber auch nicht auswendig – sonst können Sie nicht mehr improvisieren und werden unflexibel.
  2. Nehmen Sie sich bei auswärtigen Redeterminen genügend Zeit für die Anfahrt. Wenn Sie gestresst ankommen, wirkt sich das ausgesprochen negativ auf Ihr Sprach- und Stimmbild aus.
  3. Tragen Sie keine neue Kleidung sondern suchen Sie sich etwas aus Ihrem Schrank, mit dem Sie sich wohl fühlen.
  4. Sorgen Sie dafür, dass ein Glas Wasser auf dem Rednerpult steht. Mit trockenem Mund (was vor allem bei Nervosität häufig vorkommt) spricht es sich nicht so gut.
  5. Nehmen Sie sich bevor Sie zu sprechen beginnen 5 bis 7 Sekunden Zeit um Augenkontakt mit Ihrem Publikum aufzunehmen.
  6. Beginnen Sie Ihre Rede nicht gleich mit „Herzlich Willkommen, meine Damen und Herren“, „Schön dass Sie so zahlreich gekommen sind“ oder ähnliches. Suchen Sie sich ein schönes Zitat heraus mit dem Sie beginnen oder machen Sie eine Humorvolle Bemerkung und beginnen Sie erst dann nach einer kurzen Pause mit der Begrüßung.
  7. Achten Sie darauf langsam zu sprechen und körpersprachlich und stimmlich viel Raum einzunehmen.
  8. Wenn Sie nervös sind, neigen Sie dazu schneller zu werden und den Faden zu verlieren. In so einer Situation sollten Sie unbedingt kurze Sätze und Pausen machen. Pro Satz eine Botschaft lautet die Devise.
  9. Achten Sie auf einen festen Stand – am besten Sie stellen sich vor Sie würden mit Skischuhen in der Skibindung stehen. Damit vermeiden Sie unnötiges Getänzel.
  10. Packen Sie nicht zu viele Details in Ihre Rede. Der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupèry hat einmal gesagt: „Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann.“
  11. Gliedern Sie Ihre Rede in kleine Abschnitte und planen Sie sogenannte Earcatcher ein. Das sind rhetorische Fragen an das Publikum, direkte Ansprachen des Publikums oder lustige oder provokante Elemente.
  12. Passen Sie Ihre Rede dem Publikum an! Vor allem Fachexperten neigen dazu eine Sprache zu wählen die Laien nicht verstehen können. Mit vielen Fremdwörtern und einer plastischen Sprache verleiten Sie Ihr Publikum zum abdriften.
  13. Schwelgen Sie nicht in Ich-Formulierungen, sondern stellen Sie den Zuhörer in den Mittelpunkt indem Sie Ihr Publikum immer wieder direkt ansprechen.
  14. Ziehen Sie nach Ihrer Rede Bilanz in Form eines Fazits. Am Besten eignet sich dafür der sogenannte 5-Satz.
  15. Schon Mark Twain sagte: „Eine gute Rede hat einen guten Anfang und ein gutes Ende – und beide sollten möglichst dicht beieinander liegen.“ Der Anfang einer Rede ist wichtig, noch wichtiger ist jedoch der Schluss. „Ich bedanke mich fürs Zuhören“ ist zwar ein höflicher Satz, aber ein langweiligeres Ende gibt es kaum. Nehmen Sie Bezug auf den Beginn Ihrer Rede oder ziehen Sie ein Fazit. Am besten in Form eines 5-Satzes.

Stimmige Grüße,

Petra Falk

www.sprechtraining.at

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